Bundesrat plant höhere Kinderabzüge und Abzug für Fremdbetreuung

Bund soll Familien entlasten

Bund soll Familien entlasten

Der Bundesrat will Familien mit Kindern rasch steuerlich entlasten. Zur Diskussion stellt er einen erhöhten Kinderabzug, einen neuen Abzug für die Fremdbetreuung von Kindern und - als Alternative - einen sogenannten Elterntarif.

Bis 3. April läuft die Vernehmlassung zur neuen Familienbesteuerung, die der Bundesrat speditiv durchs Parlament bringen und Anfang 2010 in Kraft setzen möchte. Die Mindereinnahmen werden auf jährlich 600 Millionen Franken veranschlagt, wobei 498 Millionen auf den Bund und 102 Millionen auf die Kantone entfallen.

Nach den Plänen des Bundesrates soll der Kinderabzug bei der direkten Bundessteuer von 6100 auf 8100 Franken erhöht werden. Mit dem gleichzeitigen Einbau des bisherigen Versicherungsabzugs von 700 Franken würde der Kinderabzug neu 8800 Franken betragen.

Zusätzlich soll bei der Bundessteuer ein Abzug von maximal 12 000 Franken für die von den Familien getragenen Kosten der Kinder-Fremdbetreuung eingeführt werden. Auch die Kantone müssten einen solchen Abzug vorsehen, wobei sie die Obergrenze frei festlegen könnten.

Damit möchte der Bundesrat die Familien bei den Steuern möglichst gleich behandeln, ob die Kinder nun von einem Elternteil oder von Dritten betreut werden. Gleichzeitig will er damit einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten.

Als gleichwertige Alternative zur Erhöhung des Kinderabzugs offeriert der Bundesrat einen Elterntarif, der zusammen mit dem Fremdbetreuungsabzug eingeführt würde. Zu diesem dritten und mildesten Tarif würden alle Eltern mit Kindern besteuert, die heute vom Verheiratetentarif und vom Kinderabzug profitieren.

Gemäss Steuerharmonisierungsgesetz müssen die Kantone Alleinerziehende gleich besteuern wie Verheiratete. Diese Bestimmung will der Bundesrat streichen, weil das Bundesgericht darin einen verfassungswidrigen Eingriff in die Tarifhoheit sieht.

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