Leuenberger trete früher als geplant zurück, teilte sein Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) am Montag mit. Wann genau das sein wird, will Leuenberger am 18. August bekanntgeben - nach Rücksprache mit den anderen Bundesräten an der ersten Bundesratssitzung nach der Sommerpause.

Fest steht aber schon jetzt: Die Ersatzwahl für Leuenberger und den ebenfalls zurücktretenden FDP-Bundesrat Hans-Rudolf Merz findet in der Herbstsession statt. Bisher hatte Leuenberger auf einem Rücktritt per Ende 2010 beharrt.

Als Gründe hatte der Infrastrukturminister den Gotthard-Durchstich vom 15. Oktober und die Klimakonferenz im mexikanischen Cancún genannt. Dem Bundesrat will Leuenberger nun beantragen, dass er nach seinem Rücktritt dennoch die Schweizer Delegation für die Klimakonferenz leiten darf. Diese beginnt Ende November.

Leuenberger und Merz waren in den letzten Tagen von Politikern und Medien heftig dafür kritisiert worden, dass sie ihre Rücktritte nicht koordiniert hatten.

Um Leuenberger zum Umdenken zu bewegen, habe es weder Druck noch Anreize gebraucht, sagte SP-Präsident Christian Levrat auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Der Magistrat habe wohl ein Wochenende gebraucht, um die verschiedenen Argumente gegeneinander abzuwägen.

Für Levrat zeugt Leuenbergers Entscheid von "Grösse" und von Respekt vor den Institutionen. Und als "schöne Nebenwirkung" sei die SP nun für die Ersatzwahl in der besseren Ausgangslage. Bei der gleichzeitigen Wahl wird der Sitz von Leuenberger zuerst vergeben und erst danach jener von Merz.

Obwohl die FDP mit ihren Favoriten Johann Schneider-Ammann (BE) und Karin Keller-Sutter (SG) dadurch wieder ins Hintertreffen gerät, begrüsst die Partei Leuenbergers Entscheid. An der Strategie der FDP ändere sich dadurch nichts, sagte Generalsekretär Stefan Brupbacher. Dass Leuenbergers Sitz nun zuerst besetzt werde, nehme die FDP "mit Gelassenheit" zur Kenntnis.