Leistungsabbau
Bundesrat lehnt Zeitlimite für die Briefzustellung ab – wegen zu hoher Kosten

Die Post verlängert aus wirtschaftlichen Gründen die Zustellungsrouten, dadurch landen die Briefe erst am Nachmittag in den Briefkästen. Ein Kommunikationsbeauftragter der PostCom nimmt Stellung.

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Die Post veränder Zustellungsrouten, manche müssen jetzt bis zum Nachmittag auf ihre Briefe warten

Die Post veränder Zustellungsrouten, manche müssen jetzt bis zum Nachmittag auf ihre Briefe warten

Keystone/GAETAN BALLY

Seit Anfang Jahr wird eine Dietiker Firma erst nach 13 Uhr mit ihrer Post beliefert, zuvor lag die Zustellungszeit zwischen 10 und 11 Uhr. Will die Zürcher Firma ihre Post weiterhin am Morgen bekommen, kostet sie das neu zwischen 300 und 500 Franken pro Monat.

Die Post gab eine Umstrukturierung der Zustellungsrouten als Grund dafür an, bei betroffenen Kunden werden die Sendungen deswegen erst gegen Ende der Tour zugestellt.

Für den Bündner CVP-Nationalrat Martin Canidas ist das Grund genug einen Vorstoss einzureichen, der die schweizweite Zustellung der Post bis 12.30 Uhr verlangt. Er begründet: "Ein bundesnaher Betrieb muss fähig sein, diese Leistung zu erbringen."

Keine gesetzliche Zeitlimite

Ist es eine allgemeine Tendenz, dass die Post nicht mehr zu gewohnten Lieferzeiten die Post zustellt? Die az hat bei Andreas Herren, dem Kommunikationsbeauftragten der PostCom, nachgefragt. "Es gibt keine gesetzliche Bestimmung, welche eine Zeitlimite für die Zustellung im Verlauf eines Tages vorgibt", sagt er. "Auch der Bundesrat lehnt ein solches Zeitlimit ab, weil es zu höheren Kosten führen würde." Ausserdem läge die Festlegung der Reihenfolge der Zustellung in der betrieblichen Autonomie der Post.

Zu den anfallenden Gebühren von mehr als 300 Franken für eine Frühzustellung kann sich Herren nicht äussern: "Es stellen sich Fragen, die einer Abklärung und Beurteilung durch die PostCom bedürfen. Aussagen zu dieser Sachlage sind zum heutigen Zeitpunkt nicht möglich."

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