Schweiz

Bundesrat geht in die Gegenoffensive: Allgemeiner Kinderabzug bei Bundessteuern soll erhöht werden

Ob Eltern ihre Kinder zuhause betreuen oder nicht– der Bundesrat will, dass alle Eltern von Steuererleichterungen profitieren. (Symbolbild)

Ob Eltern ihre Kinder zuhause betreuen oder nicht– der Bundesrat will, dass alle Eltern von Steuererleichterungen profitieren. (Symbolbild)

De Bundesrat wirbt für ein Ja zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer. Mit der Erhöhung des allgemeinen Kinderabzugs könne die Familienarbeit angemessen honoriert werden.

(gb.) Am 27. September stimmt die Schweiz über das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer ab. Dabei geht es um zwei Punkte: Zum einen soll der maximale Abzug für die Drittbetreuung von Kindern von 10'100 auf 25'000 Franken erhöht werden. Zum anderen sollen durch die Erhöhung des allgemeinen Kinderabzugs von 6500 auf 10'000 Franken auch Familien von einer Steuererleichterung profitieren, die ihr Kind nicht extern betreuen lassen.

Vor allem wegen dem zweiten Punkt hatten die SP und Grüne letzten Herbst das Referendum ergriffen. Die Steuererleichterung käme nur reichen Familien zu Gute und festigten das traditionelle Modell eines Alleinverdieners, so die Argumente. Der Bundesrat sieht dies nicht so. Finanzminister Ueli Maurer warb am Freitag vor den Medien für die Vorlage. Aus Sicht des Bundesrates steht die Entlastung der Familien –unabhängig von der Betreuungsform – im Vordergrund. Und: Mit der Erhöhung des allgemeinen Kinderabzugs könne die Familienarbeit angemessener honoriert werden, heisst es in einer Mitteilung des Finanzdepartements.

Steuerausfälle teils kompensierbar

Der höhere Kinderabzug würde laut Bundesrat zu Steuerausfällen in der Höhe von 370 Millionen Franken pro Jahr führen. Weitere 10 Millionen Franken Steuerausfälle wären mit der Erhöhung des maximalen Abzug für die Drittbetreuung von Kindern in Kauf zu nehmen.

Zumindest teilweise können die Ausfälle nach Ansicht des Bundesrats aber kompensiert werden. Wenn die Eltern dank den höheren Abzügen für die Drittbetreuung mehr arbeiten gehen, würden die Steuereinnahmen mittelfristig wieder wachsen. Zudem werde mit dieser Änderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert, da vor allem Eltern mit kleinen Kindern profitieren würden.

Ein weiterer Vorteil sieht der Bundesrat im Kampf gegen den Fachkräftemangel in der Schweiz. Der Bundesrat schätzt, dass durch den höheren Drittbetreuungsabzug 2500 Stellen besetzt werden könnten. Dies würde die Schweizer Wirtschaft stärken und letztlich allen Bevölkerungsschichten zu Gute kommen.

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