Gubrist

Bundesrat gegen eine Überdeckung des Gubristportals

Das Gubristportal bei Weiningen. (Sandro Zimmerli)

Gubristportal Weiningen

Das Gubristportal bei Weiningen. (Sandro Zimmerli)

Der Bundesrat empfiehlt dem Parlament, die Überdeckung des Weininger Gubristportals abzulehnen. Seine Hauptargumente: Verzögerungen, technische und finanzielle Probleme.

Bettina Hamilton-Irvine

Ein herber Schlag für die unermüdlichen Kämpfer für eine Überdeckung des Tunnelportals beim Gubrist: Der Bundesrat spricht sich kategorisch gegen die von Weiningen angestrebte Lösung aus. In seiner Antwort auf Motionen des FDP-Ständerats Felix Gutzwiller und des SVP-Nationalrats Ernst Schibli begründet der Bundesrat seine ablehnende Haltung vorderhand damit, dass die Überdeckung «Verzögerungen von mehreren Jahren» zur Folge hätte. Angesichts der Dringlichkeit, mit welcher die dritte Gubriströhre gebaut werden müsse, sei dies unbedingt zu vermeiden.

Kritikpunkt Machbarkeit

Der Zeitfaktor wird nicht zum ersten Mal zum Thema: So gab auch der Zürcher Regierungsrat, der sich im September 2009 für die Überdeckung aussprach, seine Zustimmung nur unter dem Vorbehalt, dass die Realisierung des Gesamtprojekts durch die Überdeckung nicht verzögert werden darf. Doch die Befürworter des Deckels sind sich sicher, dass es auch ohne Verzögerungen ginge - wenn das Bundesamt für Strassen (Astra) an einer konstruktiven Zusammenarbeit interessiert wäre, wie der Weiniger Gemeindepräsident Hanspeter Haug betont (siehe Interview unten).

Die «Chance Gubrist», wie das Projekt genannt wird, soll es primär möglich machen, die Überdeckung der A1 auf einer Länge von 270Metern zu nutzen, um zwischen Weiningen und Unterengstringen einen zusammenhängenden Freiraum zu schaffen.

Dass die technische Machbarkeit dabei vom Bund infrage gestellt wird, wollen die Befürworter so ebenfalls nicht gelten lassen: Diese sei durch Gutachten gestützt und auch vom Kanton Zürich anerkannt.

Nun entscheidet das Parlament

Auch finanziell ist man sich gar nicht einig: In seiner Antwort betont der Bundesrat, dass derjenige, der freiwillige Optimierungsmassnahmen fordere, auch für die Finanzierung aufkommen müsse - während die Weininger auf eine Mitfinanzierung des Bundes setzen. Dieser schätzt die Kosten für die Überdeckung auf über 100Millionen Franken und unterstreicht, dass er sich daran nicht beteiligen werde, selbst wenn das Vorhaben trotzdem umgesetzt werde.

Dass sich der Bund an der Überdeckung Katzensee auf der anderen Seite des Tunnels mit 65Prozent beteiligen will, während er die Weininger Überdeckung kategorisch ablehnt, stösst Haug sauer auf: «Das akzeptieren wir auf gar keinen Fall.»

Trotzdem bleibt Hoffnung für die Weininger: Demnächst wird die Motion, die von 83Nationalräten mitunterzeichnet wurde, im Nationalrat behandelt, dann im Ständerat. Sagt das Parlament Ja, stehen die Chancen für die «Chance Gubrist» trotz allem ziemlich gut.

Meistgesehen

Artboard 1