Wohnzonen für Reiche

Bundesrat erteilt Obwaldner Sonderwohnzonen Absage

Villen in Wilen am Sarnersee (Archiv)

Villen in Wilen am Sarnersee (Archiv)

Der Bundesrat hat die vom Kanton Obwalden geplanten Sonderwohnzonen für Reiche ausserhalb der Bauzonen nicht genehmigt. Dies erklärte Umweltminister Moritz Leuenberger. Er wiederholte dabei seine grundsätzliche Ablehnung solcher Zonen.

Diese Idee sei "nicht in Ordung", erklärte er vor den Bundeshausmedien. Bereits Anfang des Jahrtausends, als der Autorennfahrer Michael Schumacher in Wolfhalden (AR) in einer Landwirtschaftszone habe bauen wollen, habe das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) sich gegen diese Sonderzonen ausgesprochen.

Leuenberger liess dabei durchblicken, dass die Stellungnahme des ARE, das seinem Departement untersteht, nicht anders ausfallen werde.

Der Obwaldner Regierungsrat hatte zuvor die geplanten Wohnzonen für Reiche verteidigt. Der Obwaldner Regierungsrat versteht die Vorwürfe nicht, die wegen den geplanten Wohnzonen für Reiche plötzlich auf ihn niederprasseln. Obwalden habe wie alle Kantone das Recht, für gehobene Ansprüche ein Bauplatzangebot bereit zu stellen.

Der Obwaldner Kantonsrat hatte am 30. April in zweiter Lesung den Kanton ermächtigt, Zonen von sogenannter hoher Wohnqualität festzulegen. Ziel ist es, reichen Leuten, die wegen den tiefen Steuern nach Obwalden ziehen möchten, ein ihren Ansprüchen entsprechendes Bauland zur Verfügung zu stellen.

Das Ansinnen Obwaldens löste letzte Woche plötzlich heftige Kritik aus. Baudirektor Hans Matter sah sich deshalb genötigt, die Pläne vor den Medien zu verteidigen. Obwalden handle im Rahmen des Bundesrechtes, sagte Matter. Und der Kanton habe das Recht, seine Entwicklung eigenständig zu reglen.

Matter rief dazu auf, die Relationen zu wahren. Es gehe um die Schaffung von höchsten neun Zonen mit hoher Wohnqualität. Es werde keine Völkerwanderung geben. Villen- und Parkzonen gebe es zudem in der ganzen Schweiz.

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