Humanitäre Hilfe

Bundesrat Cassis sieht im Welthunger «das grösste lösbare Problem»

Menschen im Süd-Sudan unterwegs zu einem Ort, wo Lebensmittel verteilt werden. Bundesrat Cassis hält den Welthunger für das "grösste lösbare Problem". (Archiv)

Menschen im Süd-Sudan unterwegs zu einem Ort, wo Lebensmittel verteilt werden. Bundesrat Cassis hält den Welthunger für das "grösste lösbare Problem". (Archiv)

Über 800 Millionen Hunger leidende Menschen auf der Welt sind laut Bundesrat Ignazio Cassis «das grösste lösbare Problem». Es brauche neben der lebensrettenden Soforthilfe langfristige Ansätze, forderte Cassis am Freitag an der Jahreskonferenz der Humanitären Hilfe.

Die humanitäre Hilfe werde das "enorme humanitäre Problem des Hungers" alleine nicht lösen. Dazu brauche es auch Änderungen in der Klima- und Landwirtschaftspolitik und seriöses Nachdenken über "unser Konsumverhalten", insbesondere über den Umgang mit den Ressourcen, sagte Cassis gemäss Redetext vor rund 1000 Teilnehmenden der Jahreskonferenz in Biel.

"In unserer Welt des Überflusses" sei Hunger "nicht tolerierbar". Hunger sei das "grösste lösbare Problem", sagte der Bundesrat weiter. Eine dauerhafte Lösung bedinge aber vor allem Frieden. Dem trage auch der "umfassende Ansatz der Schweizer Aussen- und Innenpolitik" Rechnung. Bis aber ein Konflikt wirklich beendet sei, mache die Humanitäre Hilfe der Schweiz weiterhin das, was gemacht werden müsse: "Leben retten".

Teufelskreis durchbrechen

Akuter Hunger breite sich dramatisch aus, sagte David Beasley, Chef des Uno-Welternährungsprogramms (WFP), gemäss einem Communiqué des Aussendepartements EDA in Biel. In nur zwei Jahren habe der Hunger weltweit um bis zu 55 Prozent zugenommen, und dies vor allem wegen Konflikten.

Die Spirale aus Konflikt und Hunger schaffe mehr Instabilität, Gewalt, Elend und erzwungene Migration. Dieser Teufelskreis müsse durchbrochen werden. Dazu müssten die Führungspersönlichkeiten weltweit auf eine "friedlichere und prosperierende Zukunft" hinarbeiten.

Gründe für Hunger wurden an der Jahrestagung unter anderem am Beispiel Kolumbiens illustriert. Das südamerikanische Land, wo die Folgen des jahrzehntelangen Krieges mit Guerilla-Gruppen weiter spürbar sind, könnte genügend Nahrungsmittel produzieren, hiess es. Unzulängliche Landverteilung, mangelnder Zugang zu Märkten und Landminen sorgten aber dafür, dass auch in diesem laut Cassis "höchst fruchtbaren Land" viele Hunger leiden müssten.

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