Coronakrise

Bundesrat Alain Berset: «Es gibt sicher keine Rückkehr zur Normalität»

Bundesrat Alain Berset äusserte sich in einem Interview zum Stand der Pandemie (Symbolbild).

Bundesrat Alain Berset äusserte sich in einem Interview zum Stand der Pandemie (Symbolbild).

Bundesrat Alain Berset stellt den Kantonen in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» ein gutes Zeugnis aus und stellt Lockerungen bei den Regeln für Sportveranstaltungen in Aussicht.

(wap) Alain Berset hat in einem Interview in der «NZZ am Sonntag» das föderalistische Vorgehen bei der Bekämpfung der Pandemie verteidigt. Am Anfang habe man schnell und flächendeckend reagieren müssen, nun seien aber die Kantone in der Verantwortung. «Ich bin ein Verteidiger dieses Systems», sagte Berset. Die Kantone machten ihre Sache gut. Allerdings könne man beim Datenmanagement noch einiges besser machen. Daten aus 26 Gesundheitssystemen zu integrieren sei an sich schon schwierig, derzeit komme dazu, dass immer wieder neue Daten gefordert würden.

Was die aktuelle Lage angeht, zeigt sich Berset im Interview optimistisch. Die Situation sei nicht mit jener im März vergleichbar, als man bis zu 1500 Neuansteckungen pro Tag gezählt habe. Damals sei auch die Dunkelziffer «klar höher» gewesen. Zu der Obergrenze von 1000 Zuschauern für Sportanlässe stellte Berset Änderungen in Aussicht: «Der Bundesrat wird sich demnächst damit befassen und versuchen, einen Weg zu finden.» Er schränkt aber zugleich ein: «Es gibt sicher keine Rückkehr zur Normalität vor Dezember 2019.»

Im Interview wird Berset auch auf die Rolle von Daniel Koch angesprochen. Der ehemalige Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit, der in den Medien zum «Mr. Corona» stilisiert worden war, ist nun als Berater von Sportclubs tätig und fordert öffentlich eine Lockerung der Vorschriften beim Sport. Koch vertrete einfach seine persönliche Meinung, so Berset.

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