Mindestens drei der Kantone sollen dabei der Westschweiz angehören. Die Parteispitze sei überzeugt, dass die BDP den ihr kürzlich prognostizierten Wähleranteil von vier Prozent bis zu den Wahlen noch steigern könne, sagte Grunder vor den Delegierten. Wichtig sei, dass die Partei nächstes Jahr bei Wahlen in Bern und Graubünden gut abschneide.

BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements, äusserte sich in einem Grusswort an die Delegierten zur schnellen Eingreiftruppe "Tigris", deren Existenz vor kurzem bekannt wurde. Ohne sie beim Namen zu nennen, erklärte sie, solche Truppen brauche es nicht. Die Sicherheit sei grundsätzlich Sache der Kantone.

Am Rand der Versammlung sagte Widmer-Schlumpf vor Medienvertretern, es gebe kantonale Polizeidirektoren, die sich daran erinnerten, dass die Eingreiftruppe der Bundeskriminalpolizei ihnen seinerzeit vorgestellt worden sei. Was genau gelaufen sei, solle eine Untersuchung zeigen, die sie in Auftrag gegeben habe.

"Tigris" wird auch in der Subkommission der nationalrätlichen Geschäftsprüfungskommission (GPK) ein Thema sein, wie deren Präsidentin Maria Roth-Bernasconi (SP/GE) gegenüber diversen Medien erklärte. Verschiedene Fragen seien offen, so etwa zur gesetzlichen Grundlage. Es stelle sich auch die Frage, ob der Aufbau von "Tigris" unter Umgehung des Parlaments rechtens gewesen sei.

Laut dem Bundesamt für Polizei (fedpol) umfasst die Gruppe derzeit 14 Mann. Die Kosten seien im Budget der Bundespolizei ausgewiesen.

Die BDP Schweiz fasste an ihrer ersten Delegiertenversammlung auch zwei Ja-Parolen zu den Abstimmungen vom 17. Mai. Das Ja zur Verankerung der Komplementärmedizin in der Verfassung fiel knapp aus. Klar war hingegen die Zustimmung zur Einführung des biometrischen Schweizer Passes. Mit dessen Einführung schaffe die Schweiz mehr Sicherheit, argumentierte Widmer-Schlumpf.