Steuerflucht

Bundesrätin Leuthard: Italien soll Schweiz nicht kriminalisieren

Doris Leuthard reiste für Kurzbesuch nach Rom (Archiv)

Doris Leuthard reiste für Kurzbesuch nach Rom (Archiv)

Die Schweiz hat zwar Verständnis für die Anstrengungen Roms, italienischen Steuersündern auf die Spur zu kommen. Italien müsse aber aufhören, die Schweiz in diesem Zusammenhang zu kriminalisieren, fordert Bundesrätin Doris Leuthard.

Die Volkswirtschaftsministerin weilte zu einem Kurzbesuch in Rom, wo sie mit ihrem Amtskollegen Claudio Scajola die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder erörterte. Der schweizerisch-italienische Steuerstreit stand nicht auf der offiziellen Traktandenliste.

Thema war der Streit aber an einer Medienkonferenz Leuthards in Rom. Sie erinnerte daran, dass die Schweiz nicht mehr auf der grauen OECD-Liste stehe und somit auch von der italienischen schwarzen Liste der Steueroasen gestrichen werden sollte.

Dass Italien Kapital repatriieren will, dafür zeigte Leuthard Verständnis. Die italienische Methode entspreche aber nicht den Schweizer Methoden, sagte sie.

Bundespräsident Hans-Rudolf Merz hatte dieser Tage bekanntgegeben, dass die Schweiz die Verhandlungen über ein neues Doppelbesteuerungsabkommen mit Italien bis auf Weiteres auf Eis lege. Damit protestiert die Schweiz gegen die Razzien bei Schweizer Bankfilialen in Italien.

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