Die rund 800 Saaserinnen und Saaser feierten das neue Verkehrszeitalter mit einem grossen Fest. Das Dorf ist nach Klosters das zweite im Tal, das seine Umfahrung bekommen hat. Ist in fünf Jahren auch die Umfahrung Küblis gebaut, sind alle Dörfer auf der Strecke nach Davos vom Durchgangsverkehr befreit.

Saaserinnen und Saaser hatten immer wieder mit Aktionen auf die Notwendigkeit einer Umfahrung auf sich aufmerksam gemacht. Und sie mussten sich in Geduld üben: 27 Jahre dauerten Planung und Projektierung des neuen Strassenabschnittes im Rang einer Nationalstrasse (A28), neun Jahre die Bauarbeiten.

Kernstück der 3,7 Kilometer langen Strecke ist der 2,6 Kilometer lange Tunnel. Die Röhre ist technisch auf dem modernsten Stand und auf der ganzen Länge mit einem Fluchtstollen ausgerüstet. Die voraussichtlichen Kosten von 253 Millionen Franken werden die budgetierten Ausgaben von 267 Millionen Franken um fünf Prozent unterschreiten.

Leuthard: Verkehrsträger gehören zusammen

Bundesrätin Doris Leuthard weihte die Umfahrung am Freitag mit der ersten Fahrt ein. Die Verkehrsministerin betonte in ihrer Ansprache die Wichtigkeit leistungsfähiger Verkehrsverbindungen. Es gehöre zur Schweiz, dass auch dünner besiedelte Gebiete gut erreichbar seien.

Eine gute Verkehrsinfrastruktur habe aber auch ihren Preis. Dem Bundesrat sei es wichtig, Bau, Betrieb und Unterhalt auf eine solide Grundlage zu stellen. "Wichtig ist zudem, in Zukunft verstärkt von einem Gesamtverkehrsansatz auszugehen. Wir dürfen Strasse und Schiene nicht isoliert betrachten. Beide Verkehrsträger sind wichtig und gehören zusammen", sagte Leuthard.

Freie Fahrt durchs Prättigau

Vor Leuthard hatte Bundesrat Moritz Leuenberger vor sechs Jahren zusammen mit dem britischen Thronfolger Prinz Charles die Umfahrung Klosters dem Verkehr übergeben. Welcher Magistrat oder welche Magistratin im Herbst 2016 zur Eröffnung des dritten Bauwerks, der Umfahrung Küblis, ins Prättigau reisen wird, ist noch offen.

Die Umfahrung Küblis ist mit rund drei Kilometern die kürzeste im Tal. Auch sie verläuft zu rund 70 Prozent in einem Tunnel. Mit der Übergabe dieses Bauwerks wird nochmals eine neue Ära beginnen, denn dann heisst es gleichsam: freie Fahrt durchs Prättigau.