Dem Bundesmonopol auf Spirituosen schreibt die Landesregierung keine grosse Bedeutung mehr zu. Sie will es deshalb abschaffen. Ebenso ist der Bundesrat der Ansicht, dass sich der Bund aus dem Ethanolmarkt zurückziehen sollte.

Das "Schnapselend" im 19. Jahrhundert gab einst den Anstoss für das Bundesmonopol auf gebrannten Wassern. Die Eidgenossenschaft liess die Produktion verknappen, indem sie den Brennereien Konzessionen vergab oder die Betriebe gleich kaufte. Selbst das Fällen von Obstbäumen unterstützte der Bund damals.

Als Supermärkte billige Spirituosen in die Sortimente aufnahmen, reagierte der Bund mit Vorschriften zu Werbung und Jugendschutz. Alcopops, die vor ein paar Jahren in die Läden kamen, unterstehen einer Sondersteuer.

In der Schweiz stellen heute rund 8400 Landwirte Spirituosen her. Weiter gibt es etwa 350 konzessionierte Lohnbrennereien und 180 in der Branche tätige Gewerbebetriebe.

Sämtliche Kontrollen sollen indes nicht wegfallen, wie Alexandre Schmidt, Direktor der Eidgenössischen Alkoholverwaltung (EAV), auf Anfrage der SDA sagte. Analog zum Bier könnte die Konzessionierung der Brennereien durch ein Register ersetzt werden.

Präventionsmassnahmen hält der Bund nach wie vor für nötig. Ansetzen will der Bundesrat auch bei Werbung und Verkauf: Er lässt abklären, ob eine Gesetzesgrundlage für die aus juristischer Sicht umstrittenen Testkäufe geschaffen werden soll.

Ins Auge fasst der Bundesrat sodann gesetzliche Instrumente gegen Billigstangebote. Eine Mindeststeuer auf Hochprozentigem, Lenkungsabgaben oder das Stipulieren eines Mindestpreises werden erwogen.