Privatsphäre

Bundesgericht verwehrt Mietzinsreduktion wegen Einblick ins Zimmer

Blick ins Zimmer nicht mietmildernd

Blick ins Zimmer nicht mietmildernd

Wohnungsmieter können laut Bundesgericht keine Mietzinsreduktion verlangen, wenn die Bewohner des benachbarten Neubaus ihnen in ein Zimmer schauen können. Die Richter in Lausanne raten Betroffenen, einen Vorhang zu montieren.

Das Nachbarhaus einer Mietliegenschaft in Pully VD war durch einen Neubau ersetzt worden. Das neue, einen Stock höhere Gebäude weist im Gegensatz zu seinem Vorgänger an der dem Miethaus zugewandten Seite Balkone und Fenster auf. Von dort kann ein Zimmer der von einem Ehepaar gemieteten Wohnung eingesehen werden.

Die Waadtländer Justiz gewährte dem Paar für diese leichte Beeinträchtigung ihrer Privatsphäre eine Reduktion des Mietzinzes um zwei Prozent. Das Bundesgericht hat der Vermieterin nun Recht gegeben und festgestellt, dass durch den Neubau kein Mangel entstanden ist, der eine Minderung der Miete rechtfertigen könnte.

Laut dem Urteil ist es absolut alltäglich, dass vom Nachbarhaus Zimmer des gegenüberliegenden Gebäudes eingesehen werden können. Unzählige Mieter würden in dieser Situation leben, ohne ihre Wohnung deshalb als mangelhaft zu empfinden. Den Betroffenen raten die Richter in Lausanne, Vorhänge zu montieren.

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