Alex Hürzerler
Bundesfeieransprache von Regierungsrat Alex Hürzeler in Schlossrued und Oeschgen

«Liebe Einwohnerinnen und Einwohner von Schlossrued / Oeschgen Geschätzte Ruedertalerinnen und Ruedertaler / geschätzte Fricktalerinnen und Fricktaler Werte Bürgerinnen und Bürger Liebe Kinder, liebe Frauen und liebe Mannen

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Alex Hürzeler

Alex Hürzeler

Aargauer Zeitung

Die Bundesfeier

Wir sind heute zusammengekommen, um den Geburtstag der Schweiz, unseres Vaterlands, zu feiern. Wir folgen damit einer langen Tradition und das ist gut so! Denn eine mehr als siebenhundertjährige Geschichte ist keine Selbstverständlichkeit und wenn wir von den grossen Opfern, welche die letzten beiden grossen Kriege des 20. Jahrhunderts gekostet haben, weitgehend verschont blieben, muss uns auch dies mit grösster Dankbarkeit und Demut erfüllen. Gleichzeitig dürfen wir aber auch stolz sein, stolz auf unsere Schweiz, stolz auf unsere 718-jährige Eidgenossenschaft. Und dies, obwohl der Aargau erst seit 206 Jahren offiziell dazugehört! Geburtstage sind bekanntlich auch Tage der Besinnung und der Wertschätzung. Gerade wenn jetzt in den Medien und in den Wandelhallen des Bundeshauses eifrig über mögliche Bundesratskandidatinnen und -kandidaten spekuliert wird, sollte man sich biswei-len daran erinnern: Unser Land hat seine Stabilität auch der Fähigkeit zur Konkordanz und zur Einbindung der verschiedenen Landesteile und Interessen zu verdanken. Und wir wissen alle, dabei darf es nicht nur um eigene parteipolitische Überlegungen gehen. Nein, eine ü-berzeugende, volksverbundene, verantwortungsvoll und mutig handelnde Persönlichkeit aus der romanischen Schweiz ist nun gefragt. Dem zurzeit etwas hilflos agierenden oder mindestens etwas konzeptlos wirkenden Gesamtbundesrat würde dies in den nun wieder etwas schwierigeren wirtschaftlichen und politischen Zeiten gut tun. Warten wir mal ab.

Gemeinschaft Schweiz

Der Bundesfeiertag steht auch für diese freiwillige Gemeinschaft, welche die Schweiz darstellt und die sich bewährt hat. Deshalb begehen wir diesen Tag ja auch gerne gemeinsam mit uns nahe stehenden Menschen. In der Schweiz erfolgt die Bundesfeier - und das ist typisch und richtig für unser Land - an der Basis, in ein paar Tausend Gemeinden, bei öffentlichen Feiern wie gerade hier oder im Kreise von Freunden und der Familie. Eine zentrale, offizielle Nationalfeier, wie das in anderen Ländern üblich ist, kennt die Schweiz nicht und deshalb bleibt es auch eine Feier für alle, ohne Staatsprunk und Zelebrationen. Und was das Schöne ist: Alle Feiern sind gleichwertig. Ob in Bern, in St. Moritz, in Vevey oder Locarno, ob in der Stadt oder auf dem Land, in Aarau, Oeschgen oder Schlossrued. Sie, die Sie herkommen, machen das Fest aus. Damit feiern auch Sie hier stellvertretend für das ganze Land und im Bewusstsein, dass andere gleichzeitig an andern Orten aus dem gleichen Grund auch zusammen gekommen sind.

Die beiden Gemeinden

Ich darf heute sowohl an der Bundesfeier in Oeschgen - dort, wo ich fast ununterbrochen in den letzten 44 Jahren gelebt habe und wo ich mich bis zu diesem Frühling während 14 Jahren als Gemeindeammann einsetzen durfte - wie auch in Schlossrued teilnehmen und einige Worte an die jeweilige Festgemeinschaft richten. Die beiden Gemeinden sind so unter-schiedlich nicht. Beide haben rund 900 Einwohnerinnen und Einwohner, beides sind eher ländliche Gemeinden, die eine im Ruedertal, die andere im Fricktal, und in beiden Gemeinden hat die SVP den grössten Stimmenanteil. Auch die Bildungskleeblatt-Vorlagen wurden in beiden Gemeinden deutlich abgelehnt. Während sich in Oeschgen die Nein-Werte in etwa im kantonalen Durchschnitt bei plus/minus 60 Prozent bewegten, wurden die Kleeblätter in Schlossrued mit einem Nein-Anteil von jeweils 85 bis gar 90 Prozent geradezu plattgemäht. In beiden Gemeinden wohnen etwa gleich viel Schülerinnen und Schüler im Volksschulalter, nämlich 126 in Oeschgen und 137 in Schlossrued.

Mein Regierungsamt

Weshalb mich gerade die Volksschülerinnen und Volksschüler Ihrer Gemeinden interessieren? Seit dem 1. April bin ich als Regierungsrat zuständig für das Departement Bildung, Kultur und Sport. Deshalb ist mir die Schule nicht mehr nur aus persönlicher Optik, sondern sozusagen "von Amtes wegen" ein grosses Anliegen. Als ehemaliger Gemeindeammann ist mir sehr bewusst, wie wichtig gerade auch die Schule für die Identität und den Zusammenhalt einer Gemeinde ist. Ist es nicht gerade die gemeinsam verbrachte Schulzeit, die uns zusammenhält, die uns verbindet mit der Gemeinde, wo wir aufgewachsen sind? Hier kennen wir die Leute, ihre Familien, ihre Geschichten. Deshalb kehren wir immer wieder gerne zurück.

Dies ist ein Aspekt, der mich an meinem neuen Amt und am Departement, das mir nun anvertraut ist, besonders fasziniert: Alle drei Bereiche, die es umfasst, Bildung, Kultur und Sport, haben einen zentralen Bezug zu dem, was wir heute feiern: eine Gemeinschaft, die sich solidarisch verhält, die gemeinsam für eine gute Lebensqualität für alle einsteht, die abstützen kann auf die Kompetenzen und das Engagement ihrer Einwohnerinnen und Einwohner. Denn was ist eine Gemeinde ohne Schule, ohne Vereine, ohne Musikgesellschaft, ohne Theateraufführung oder Dorfmuseum? Hier werden die Wurzeln gebildet, welche unserem Land den Boden und den Halt geben. Für das einzustehen und sich dafür einzusetzen, lohnt sich alleweil, ...und zwar nicht nur als Regierungsrat!

Eine andere spannende Seite meines neuen Amts ist der intensive Kontakt zu ganz unter-schiedlichen Menschen in verschiedensten Funktionen und mit unterschiedlichem Hintergrund. Das beginnt schon in der Sitzung des Regierungsrats. Dieser besteht erstmals in der Aargauer Geschichte aus Vertreterinnen und Vertretern fünf unterschiedlicher Parteien. Zudem ist jeder sowohl Teil der Gesamtregierung als auch Vertreter des eigenen Departements. Ein Regierungsrat trägt also mindestens drei verschiedene Hüte. Ich selber sehe mich in erster Linie als Mitglied der Kollegialbehörde und in zweiter Linie als Vorsteher des BKS. Selbstverständlich bin ich aber auch Vertreter der SVP und habe deren Gedankengut in die Regierung einzubringen - und das ist gut so. Das ist der Auftrag, den mir die Wählerinnen und Wähler gegeben haben. Aus meiner Arbeit als Gemeindeammann bin ich mir aber bewusst, dass die Exekutive eine differenzierte, ausgleichende Rolle hat und stets mehrheitsfähige Lösungen suchen muss. Ich habe deshalb keine Schwierigkeiten mit dem Kollegialprinzip und trage die Entscheide der Regierung mit.

Dann kommt der enge Kontakt mit zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dazu, der mir sehr wichtig ist. Dieser kann gerne auch mal im Treppenhaus oder in der Kantine stattfinden. Das BKS ist ein überdurchschnittlich grosses, vielseitiges, interessantes und daher auch anspruchvolles Departement. Die Fülle und Mannigfaltigkeit der Herausforderungen beeindrucken. Deshalb bin ich auf motivierte und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen. Selbstverständlich müssen sie sich, und das sind - ohne die knapp 6'500 Volksschullehrer/innen mitzuzählen - immerhin rund 730 Personen, noch etwas an mich als neuen Vorsteher gewöhnen, ...umgekehrt ich mich aber auch an sie!

In den ersten vier Monaten als Regierungsrat habe ich bereits mehr als sechzig Veranstaltungen im ganzen Kanton besucht, wo ich meist auch zu den anwesenden Personen sprechen durfte. Ich mache das sehr gerne und suche den direkten Draht zu den Menschen - innerhalb und ausserhalb des BKS, sei dies zu Lehrpersonen oder Schülerinnen und Schülern, zu Lernenden oder Lehrmeistern, zu Menschen mit Beeinträchtigungen, zu Kulturschaffenden oder Sportlerinnen und Sportlern. Es ist wichtig, immer wieder den Puls zu spüren. Die bestmögliche Verbundenheit mit der Aargauer Bevölkerung, mit der Basis, ist für mich ein hohes und wichtiges Ziel meiner Regierungsratstätigkeit. Nur so kann ich mich für eine gute und bezahlbare Bildung, für verständliche und viele Bevölkerungsteile ansprechende Kulturangebote sowie für eine alle bewegende Sportentwicklung einsetzen. Ich will spüren, was wünsch- und machbar ist, wo es brennt und wo wir auf gutem Weg sind. Deshalb bin ich heute auch gerne zu Ihnen gekommen.

Die Volksschule

Um zurück auf die Schule zu kommen: Die Volksschule ist vielleicht die wichtigste liberale «Erfindung» überhaupt. Sie stammt aus dem vorletzten Jahrhundert und bildet die Grundlage für das friedliche Zusammenleben und den Wohlstand in unserem Land. Mit ihrem Grundgedanken, der gemeinsamen Förderung aller Kinder unabhängig ihrer sozialen, kulturellen oder religiösen Herkunft fördert sie den Zusammenhalt in der Gesellschaft, in den Dörfern und den Quartieren. Sie ist also eine Errungenschaft, der unsere Gesellschaft viel zu verdanken hat, besonders was ihre Wirtschaftskraft, ihren sozialen Zusammenhalt und ihre demokratischen Grundwerte anbelangt. Die Grundausbildung ist das Fundament für jede Berufsausbildung und für die universitäre Ausbildung. Und dieses Fundament wird in der Volksschule gelegt.

Die Volksschule hat den verfassungsrechtlichen Grundauftrag, alle Schülerinnen und Schüler zu fördern in Bezug auf Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz. Wichtiges Element dabei ist, dass die Leistungsorientierung gefördert wird und dass alle, die wollen, ihre Chance packen können. Auch die Heranbildung der Jugend zu demokratisch bewussten Staatsbürgerinnen und -bürgern ist wichtig. Es hat mich daher auch gefreut, dass die Oeschger Jungbürgerinnen und -bürger den Weg nach Aarau nicht gescheut haben, um mich an meinem neuen Arbeitsplatz zu besuchen und sich dabei auch gleich etwas Staatskunde anzueignen. Daraus folgt, dass die Volksschule einen flächendeckenden Service erbringen muss, ohne dass es schlechte oder all zu unterschiedliche Schulen geben darf. Denn wir können uns keine schlechten Schulen leisten! Wir brauchen leistungswillige junge Menschen, die einen guten Rucksack mitbringen und Verantwortung übernehmen wollen. Das Erfolgsmodell Schweiz ist eng mit der Entwicklung der Volksschule verknüpft. Ohne starke Volksschule leiden auch die Solidarität und die notwendige Integration. Es ist nicht zuletzt der Arbeit der Volksschullehrpersonen zu verdanken, dass das Bildungsniveau in der Schweiz immer noch hoch ist.

Aus dieser Überzeugung werde ich mich für eine gute Schule im Kanton Aargau einsetzen. Die in einem mehrjährigen Prozess ausgearbeitete Bildungsreform Kleeblatt wurde diesen Mai in allen Teilen durch die stimmberechtigte Bevölkerung abgelehnt. Ich verstehe dies vor allem auch als Signal, dass das Paket zu überladen war; - zuviel aufs Mal und zu schnell. Mit der Ablehnung ist die Weiterentwicklung der Schule Aargau aber nicht vom Tisch. Viele Fragen bleiben offen. So hat sich unter anderem im Jahre 2006 die Bevölkerung auf Bundesebene mit über 80 % für eine Harmonisierung ausgesprochen, auch im Aargau. Eine der bildungspolitischen Tatsachen, an der wir nicht vorbei kommen. Die Weiterentwicklung der Volksschule Aargau bleibt deshalb ein hochaktuelles, wohl aber auch brisantes Thema. Ich betrachte dies als grosse Herausforderung an mich als neuen Bildungsdirektor, - gleichzeitig aber auch als Chance, um die ich dankbar bin, bekanntlich war ich ja kein grosser Befürworter des Bildungskleeblatts. Wir werden nun schauen, wie wir den von der Bundesverfassung her gegebenen Auftrag zur Harmonisierung umsetzen können, ohne alles auf den Kopf zu stellen und die Schulen und die darin beteiligten Menschen zu überfordern. Wie in allem müssen wir uns auch bei möglichen Schulreformen bewusst sein, dass die schönsten Veränderungen und Neuerungen nichts bringen, wenn diese von den Betroffenen - und das sind gleichwertig Eltern, Kinder, Lehrpersonen und Behörden - nicht verstanden werden oder nicht in der angedachten Form umgesetzt oder verkraftet werden können. Ich bin aber trotzdem überzeugt, dass wir, um weiterhin erfolgreich zu sein, die Schule in gewissen Bereichen mit Mass den veränderten Verhältnissen anpassen müssen und dies - im richtigen Tempo - auch tun werden.

Wie weiter?

Wir richten unseren Blick nun nach vorne und werden in den nächsten Monaten eifrig daran sein, konstruktive und mehrheitsfähige Entwicklungsschritte für die Aargauer Volksschule auszuarbeiten. Die verschiedenen Parteien, Interessengruppen und Verbände wurden und werden dazu angehört. Der Aargauer Regierungsrat wird eng in diesen Prozess eingebunden. Die Antwort darauf wird er noch diesen Herbst zu finden haben. Dabei sind aber auch die beiden hängigen Volksinitiativen "Schule und Familie" und "für die Stärkung der Schule Aargau" sowie die Harmonisierungsvorgaben der Bundesverfassung in den Bereichen Schuleintrittsalter, Schulpflicht, Dauer und Ziele der Schulstufen zu berücksichtigen. Eine Schulstruktur mit zwei Jahren Kindergarten, neu sechs Jahren Primarschule und neu nur noch drei Jahren Oberstufe, wie sie in beinahe sämtlichen Kantonen der Schweiz bereits besteht, ist somit längerfristig im Auge zu behalten. Diese in sich ein Jahr verschiebende Schulstruktur bietet übrigens gerade für kleinere bis kleinste Gemeinden einige Vorteile, denn sie kann unter Umständen die paar Schülerinnen und Schüler mehr bringen, die es braucht, um wenigstens die Primarschule im Dorf zu behalten.

Der durch Wahl des Volks bewirkte Wechsel der Departementspitze und der nicht minder markante Sachentscheid des Volkes zum Bildungskleeblatt verpflichten dazu, erfolgte, eingeleitete und angedachte Reformschritte und -projekte zu überprüfen und zu überdenken. Was sich bewährt hat, ist fortzuführen. Was sich ungenügend bewährt hat, ist zu korrigieren. Was sich nicht bewährt hat, ist aufzugeben. Ich erachte dabei folgende Akzente als wichtig: die Qualität der Lehrpersonen, die Qualität des Unterrichts in den Kernfächern und bestmögliche Bedingungen für den ordentlichen Klassenunterricht, was das Beherrschen der Unterrichtssprache aber auch Nulltoleranz gegenüber Gewalt und Störungen enthält.

Der Aargau, unsere Heimat

Ich habe zu Beginn davon gesprochen, wie wichtig für jede Gemeinde die Schule, die Vereine und gemeinsame Feste und kulturelle Veranstaltungen sind. Auch eine Bundesfeier wie diese heute gehört dazu. Wir müssen uns nicht scheuen, an lokalen Anlässen teilzunehmen. Bei den unzähligen Veranstaltungen und Anlässen, die ich während des Wahlkampfs und nun auch seit meinem Amtsantritt im ganzen Kanton besucht habe, wurde mir auch im Bezug auf den Kanton Aargau sehr stark ins Bewusstsein gerufen: Der Kanton Aargau ist ein enorm vielfältiger Kanton, der einiges zu bieten hat. Von Sommerflaute oder Wirtschaftskrise ist da nichts zu spüren. Das Angebot ist riesig und die Leute kommen auch gerne, wie zum Beispiel der Erfolg von Schloss Lenzburg mit der Belagerung durch die Company of St. George zeigt, wo innert fünf Tagen über 12'000 Personen auf die Lenzburg strömten, um das mittelalterliche Spektakel mitzuerleben. Gleichzeitig wird im schönsten Wasserschloss der Schweiz, in unserem Schloss Hallwyl, unter Mitwirkung des Aargauer Sinfonieorchesters eine Freilichtoper geboten, an diversen Orten kommen Freilichttheater zur Aufführung und die Openairkinos überall im Kanton sind längst nicht mehr wegzudenken. Wer römische Geschichte am Originalschauplatz erleben will, kann sich seit diesem Sommer in Königsfelden auf den informativen und spannenden Legionärspfad begeben. Ein Erlebnis für jung und alt aus ganz Europa. Aber auch sportliche Anlässe für Breiten- wie Spitzensportlerinnen und -sportler kommen nicht zu kurz: Da waren die Radsporttage in Gippingen, das Kantonal-schwingfest in Aarburg - das Nordwestschweizerische in Buchs steht demnächst an - die Kreisturnfeste, der Racer Bikes Cup in Gränichen oder der SlowUp Hochrhein im Fricktal. Und wer sich gerne selber in der Natur bewegt, findet im Aargau wunderschöne Naherholungsgebiete, sei es im Seetal, in den Auenlandschaften, im Jura oder hier im schönen Ruedertal.

Wer also einige Tage Ferien zu Hause verbringt - sei dies jetzt weil er in Zeiten der Wirt-schaftskrise keine grossen Sprünge macht oder weil er die Schweinegrippe fürchtet oder weshalb auch immer - dem stehen in nächster Nähe alle Möglichkeiten offen. Es würde mich nicht wundern, wenn Sie der eine oder andere Ferienheimkehrer um das beneidet, was Sie inzwischen hier erlebt haben, hier in unserem schönen Aargau, dem Kanton der Regionen! Der Regierungsrat wird jedenfalls weiterhin bemüht sein, den Bekanntheitsgrad der Ge-schichte - und da gab's nicht nur die Römer und die Habsburger - der Kultur und der Natur des Aargaus zu erhöhen und damit die Identifizierung mit unserem Kanton zu stärken. Wenn uns dies noch vermehrt gelingt, tragen wir gleichzeitig zu einem stärkeren Heimatgefühl bei. Und Heimat ist bekanntlich da, wo man sich zu Hause fühlt, wo man sich wohl fühlt. Und dies tun bald 600'000 Einwohner/innen im Aargau.

Schlussworte

Werte Damen und Herren, ich habe Sie heute vielleicht etwas stark mit dem strapaziert, was mich gerade in meinem neuen Amt umtreibt. Und doch ist es ein Amt, in welchem ich vor allem Ihnen gegenüber in Pflicht stehe und Ihnen deshalb auch sagen will, was ich dazu denke. Vielleicht konnte ich Ihnen einige neue Aspekte aufzeigen. Regierungsrat für den Kanton Aargau zu sein, ist eine herausfordernde und sehr schöne Tätigkeit. Ich fühle mich sehr wohl dabei.

Aber auch ihr Mittun auf allen Ebenen ist wichtig für unsere Gemeinschaft. Ein Dorf, ein Kanton, unser Land, leben von dem, was die Bürgerinnen und Bürger einbringen, von dem was sie einzusetzen bereit sind. Ich rufe Sie deshalb auf, engagieren Sie sich in den Vereinen Ihrer Gemeinde, in den Behörden - gerade auch diesen Wahlherbst wieder -, bei kulturellen Anlässen und lernen Sie den Aargau und die Schweiz selber besser kennen. Es gibt genügend Möglichkeiten für Menschen mit unterschiedlichsten Stärken und Interessen. Nutzen Sie sie und tragen Sie damit dazu bei, dass sich alle wohl fühlen in Ihrer Gemeinde. Denn wenn es einer Gemeinde gut geht und sich seine Einwohnerinnen und Einwohner wohl fühlen, dann geht es auch dem Kanton und unserer Schweiz gut, ....und mehr wollen wir ja nicht!

Ich wünsche Ihnen einen schönen 1. August!»