Moscheen-Finanzierung

Bundesaufsicht untersucht Geldflüsse der Erdogan-Stiftung

Freitagsgebet in einer Schweizer Moschee. (Archiv)

Freitagsgebet in einer Schweizer Moschee. (Archiv)

Die Finanzierung von Schweizer Moscheen durch die Türkisch-Islamische Stiftung aus dem Dunstkreis von Präsident Erdogan ist auch der eidgenössischen Stiftungsaufsicht suspekt. Sie hat eine Untersuchung eingeleitet.

Die Türkisch-Islamische Stiftung für die Schweiz (Tiss) wird zum Fall für den Bund. Die eidgenössische Stiftungsaufsicht hat eine Untersuchung eröffnet. Ariane Geiser, Sprecherin des Innendepartements EDI, sagt gegenüber der SonntagsZeitung: «Ich kann bestätigen, dass in diesem Zusammenhang eine Untersuchung der eidgenössischen Stiftungsaufsicht läuft.» 

Vergangene Woche machte die SonntagsZeitung publik, dass die Stiftung direkt mit dem Machtapparat des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verbunden ist. Als Stiftungspräsident amtiert Mehmet Görmez, er ist Chef des türkischen Religionsministeriums und ein enger Vertrauter Erdogans. Die Tiss unterstützt 50 Moscheevereine in der Schweiz. Sie vermittelt unter anderem die Imame, die aus der Türkei kommen.

Details zur Untersuchung des Bundes nennt EDI-Sprecherin Geiser keine. Beim Bund herrsche laut SonntagsZeitung grosses Misstrauen bezüglich der Finanzierung. Juristen und Finanzexperten prüfen, ob die Stiftungsgelder dem Zweck entsprechend eingesetzt werden. Die Untersuchung solle bereits längere Zeit laufen.

Der Anwalt der Stiftung gab an, man habe keine Kenntnisse von einer Untersuchung. Ausserdem würden sich die Moscheen respektive Vereine, die mit Tiss zusammenarbeiteten, selbst finanzieren. «Diese Vereine beschaffen sich ihre finanziellen Mittel durch Mitgliederbeiträge, Spenden und sonstige private Zuwendungen.»

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