Er hält es für erwiesen, dass die drei Angeklagten einen Anschlag auf das damals in Bau befindliche Nanotechnologiezentrum der IBM in Rüschlikon ZH geplant hatten. Das Material im Auto, darunter 450 Gramm Sprengstoff, Gasflaschen und Benzinkanister, sei nachweislich in verbrecherischer Absicht mitgeführt worden, sagte er am Mittwoch beim Prozess vor Bundesstrafgericht in Bellinzona TI.

"Nur ein glücklicher Umstand", nämlich die Polizeikontrolle auf dem Albispass ZH, habe verhindert, dass es zu Sachschaden in Millionenhöhe kam, sagte der Staatsanwalt des Bundes in seinem Plädoyer. Auch Verletzte hätte nicht ausgeschlossen werden können.

In mehreren Schreiben, die ebenfalls in dem Auto lagen, hätten sich die Beschuldigten eindeutig zu der geplanten Tat bekannt. Die Texte wiesen sie als Mitglieder der "ELF Switzerland Earth Liberation Front" aus, einer autonomen Gruppierung, die sich gemäss Anklage dem "ökologischen Gewaltextremismus" verschrieben hätten.

Weil sie bereits vorbestraft sind, sollen die beiden Männer, zu drei Jahren und sechs Monaten respektive drei Jahren und knapp vier Monaten verurteilt werden. Für die Frau hält die Anklage eine Strafe von drei Jahren Haft für angemessen.

Verteidiger fordern Freispruch

Aus Sicht der drei Anwälte ist die Beweislage für eine Verurteilung jedoch nicht ausreichend. Unter anderem zweifeln sie an der Rechtmässigkeit der Beweismittel, die im Rahmen der Verkehrskontrolle am Albispass ZH beschlagnahmt wurden.

Angeblich habe es sich bei dem Polizeiposten nicht um eine zufällige Routinekontrolle gehandelt. Stattdessen sei das Auto gezielt nach Hinweisen der italienischen Behörden abgefangen worden. Mutmassliche vorausgegangene Überwachungsmassnahmen hätten jedoch genehmigt werden müssen.

Zudem waren sich die Anwälte einig, dass zumindest der Anklagepunkt "unbefugte Einfuhr von Sprengstoffen" ausschliesslich auf unhaltbaren Annahmen beruhen würde. Der Prozess wird am Freitag mit der Urteilseröffnung fortgesetzt.