Kinder unter 7 Jahren sollen künftig nicht mehr alleine auf Strassen mit «fahrzeugähnlichen Geräten» unterwegs sein. Wollen sie mit Trottinett, Dreirad, Rollschuhen oder Inline-Skates fahren, müssen sie von den Eltern begleitet werden. Diese Gesetzesverschärfung will das Astra erreichen, wie der «Tages-Anzeiger» heute publik macht. Das neue Regime soll für Radwege, Tempo-30-Zonen, Bewegungszonen und Nebenstrassen gelten.

Zu entnehmen sind die neuen Vorgaben der Verordnung über die Strassenbenützung (StBV), die das Amt in Vernehmlassung geschickt hat.

Übergewicht-Förderung

Von Elternorganisationen hagelt es bereits heftige Kritik.  «Die neuen Regeln für Kinder unter 7 Jahren würden zu einem weitgehenden Spielverbot auf Nebenstrassen führen. Dies muss unter allen Umständen verhindert werden», kritisiert Marco Hüttenmoser, der Koordinator des Netzwerkes Kind und Verkehr, im «Tages-Anzeiger». Der befürchtet, dass sich Kinder künftig noch weniger bewegen werden. Kinder würden mit dieser Verordnung aufs Trottoir verbannt. Das Bundesamt mache sich damit zum Förderer des Übergewichts, so Hüttenmoser weiter.

Die Vereinigung der Elternorganisationen befürchtet, dass Kinder so im Verkehr nicht zu selbstständigen Menschen erzogen werden. Die Eltern würden ausserdem über Gebühr belastet, wenn sie jeden Schritt der Kinder auf den Strassen überwachen müssten.

Auch die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz hat an der Verordnung keine Freude. Das Bundesamt, das die Ideen ausgeheckt hat, wollte sich zur Kritik nicht äussern. (rsn)