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Bund will Obligatorium lockern – steht der Schulsport auf der Kippe?

Seit fünf Jahren ist der obligatorischen Schulunterricht auf Bundesebene geregelt. Jetzt gibt es allerdings Pläne, das Sportobligatorium an der Volksschule zu lockern.

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Der Bund schreibt heute den Kantonen vor, in der Schule pro Woche mindestens drei Lektionen Sport zu unterrichten.

Der Bund schreibt heute den Kantonen vor, in der Schule pro Woche mindestens drei Lektionen Sport zu unterrichten.

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Heute schreibt der Bund den Kantonen vor, dass in der Schule pro Woche mindestens drei Lektionen Sport unterrichtet werden müssen. Diese Regelung hat der Nationalrat vor gut fünf Jahren ins Gesetz geschrieben – gegen den Widerstand der Kantone und des Ständerats. Nun will die Finanzverwaltung des Bundes auf diesen Entscheid zurückkommen.

In einer Analyse zur Entflechtung der Aufgaben von Bund und Kantonen wird auch das Sportobligatorium aufgeführt, wie die «NZZ am Sonnntag» mit Verweis auf gutunterrichtete Quellen schreibt. Auch der St. Galler Finanzdirektor und Präsident der Konferenz der Kantone, Benedikt Würth (CVP), bestätigt diese Absicht und begrüsst die Bestrebungen. «Die Kantone haben diese Bundesregelung, welche in die kantonale Schulhoheit eingreift, immer als Fremdkörper und völlig unnötig empfunden», sagt er.

Alarmiert sind hingegen Sportpolitiker im Nationalrat. «Wenn das Sportobligatorium gestrichen wird, dann wird sicherlich bald auch beim Turnunterricht gespart», sagt SP-Nationalrätin Chantal Galladé mit Blick auf die Sparpakete vieler Kantone. Ihr Parteikollege Matthias Aebischer spricht von einem völligen Unsinn: «Es geht hier um die Volksgesundheit und damit um immense Folgekosten.»

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