Das Departement des Innern (EDI) prüfe eine Revision der TarMed-Punkte, bestätigte EDI-Sprecher Jean-Marc Crevoisier einen Bericht der Westschweizer Tageszeitung "Le Temps". Heute gelten innerhalb eines Kantons die gleichen Tarife für Generalisten und Spezialisten.

Mit dem jetzigen System sei es nicht möglich, die grossen Einkommensunterschiede zwischen den beiden Ärztekategorien auszugleichen, sagte Crevoisier. Deshalb arbeite das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine Studie aus, ob eine Änderung des TarMed-Systems machbar sei.

Zudem werde das BAG auch prüfen, ob die Modifikation einen Ausgleich bringen würde. Die Änderung dürfe auch nicht dazu führen, dass die Gesundheitskosten drastisch anstiegen. Die Änderung könnte dem Hausarzt-Beruf wieder zu mehr Attraktivität verhelfen und damit mehr Mediziner dafür motivieren.

Steigen die Einkommen der Hausärzte, ohne dass die Gesundheitskosten wesentlich wachsen, bedeutet dies ein tieferes Einkommen für Spezialärzte. Crevoisier rechnet denn auch mit Protesten von Seiten der Spezialisten, wenn es zur Änderung kommen sollte.

Das Verhältnis zwischen der Ärzteschaft und EDI-Vorsteher Pascal Couchepin ist angespannt. Die Ärzteverbindung FMH bezeichnete Couchepin unlängst als untragbar und forderte seinen Rücktritt. Am kommenden 1. April wollen die Hausärzte mit einem Streik gegen eine Senkung der Labortarife protestieren.