Lehrabgänger

Bund bezahlt Auslandaufenthalt von jugendlichen Arbeitslosen

Arbeitslose Jugendliche: Statt aufs Arbeitsamt sollen sie einen Auslandaufenthalt absolvieren.

Arbeitslose Jugendliche: Statt aufs Arbeitsamt sollen sie einen Auslandaufenthalt absolvieren.

Kein Job nach der Lehre? Kein Problem: Der Bund finanziert betroffenen Jugendlichen einen sechsmonatigen Auslandaufenthalt.

Jessica Pfister

Auslandaufenthalte liegen im Trend. Davon sollen nun auch Jugendliche Gebrauch machen, die nach der Lehre keine Stelle finden. «Damit bieten wir jungen Menschen eine neue Perspektive», sagt Barbara Schmitt, Co-Geschäftsleiterin der Austauschorganisation ICYE.

Während sechs Monaten sollen sich Jugendliche in über 30 Ländern auf der ganzen Welt in Kinderheimen, Schulen oder Waisenhäusern engagieren, mit behinderten oder älteren Menschen arbeiten oder bei der Instandhaltung eines Nationalparks helfen.

Kosten zwischen 4900 und 5500 Franken

Die Idee für das Angebot kam von der Stiftung Speranza. Die Stiftung von FDP-Nationalrat Otto Ineichen unterstützt jugendliche Lehrabgänger bei der Suche nach einem Job. Der Bund übernimmt die Hälfte der anfallenden Kosten für den sechsmonatigen Sozialaufenthalt, höchstens aber 5000 Franken. Für den Rest müssen die Stellensuchenden, beziehungsweise ihre Eltern selbst aufkommen. Laut Schmitt kosten sechs Monate im Ausland zwischen 4900 und 5500 Franken.

Und so funktionierts: Jugendliche Lehrabgänger, die nach einer abgeschlossenen Lehre keine Stelle finden, bewerben sich bei ICYE für einen Sozialeinsatz. Sie füllen ein Formular aus, auf dem sie drei Länder angeben, in welchen sie gerne den Aufenthalt verbringen würden. Zudem geben sie jeweils den Arbeitsbereich an, welcher sie am meisten interessiert.

Darauf entscheidet die Austauschorganisation, ob sie diese Wünsche auch so erfüllen kann. «Das einzige Auswahlkriterium ist neben der abgeschlossenen Lehre das Maximalalter von 25 Jahren», sagt Schmitt.

«Für Arbeitgeber interessant»

Die Co-Geschäftsleiterin ist überzeugt, dass die jungen Männer und Frauen von einem Auslandeinsatz profitieren können. «Sie lernen eine Landessprache, erweitern ihre sozialen und persönlichen Kompetenzen und sind gefordert, selbstständig zu arbeiten und zu denken. Für Schweizer Arbeitgeber sind diese zusätzlichen Fähigkeiten und Erfahrungen interessant.»

Bis jetzt seien noch keine Bewerbungen eingetroffen. Schmitt dazu: «Das Projekt ist auch erst gerade angelaufen.»

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