Finanzwelt

Bund bekommt Geld für Schulden – jetzt soll er in Infrastruktur investieren

Bund soll Milliarden in Infrastrukturprojekte investieren. (Symbolbild)

Bund soll Milliarden in Infrastrukturprojekte investieren. (Symbolbild)

Der Bund soll das Geld, dass er durch Nullzinsen herausholt, in Infrastrukturprojekte investieren. Ökonomen geben solch zukunftsträchtigen Investitionen grosse Chancen.

Namhafte Ökonomen fordern, dass der Bund die Nullzinsen nutzt, um zukunftsträchtige Projekte zu finanzieren. Das schreibt die Zeitung "Schweiz am Sonntag". «Die tiefen Zinsen bieten enorme Möglichkeiten, wenn man sie richtig nutzt», sagt Oswald Grübel. Laut des ehemaligen UBS-Chefs bietet sich der Schweiz eine «einmalige Chance». Für den Bund würde es sich lohnen, kostenlos Geld aufzunehmen und in Infrastruktur zu investieren.

In der "Schweiz am Sonntag" regt Grübel an, dass der Bund spezielle «Staatsgesellschaften» gründet. «Diese Zweckgesellschaften würden über eine Staatsgarantie verfügen und könnten Gelder zu null Prozent aufnehmen.» Diese Gelder müssten in Projekte investiert werden, die eine Rendite abwerfen, damit die Rückzahlung der Gelder nach 10 oder 15 Jahren garantiert wäre.

Leonhard Fischer, CEO der Bank BHF Kleinwort Benson und früherer Chef der Winterthur, würde die Chance sofort beim Schopf packen und Projekte anreissen. «Alles, was man sowieso einmal tun muss oder sollte. Das ist der Zeitpunkt, es geht kaum besser. Wenn man negative Zinsen geboten bekommt, ist sparen nicht besonders vernünftig.»

Martin Wolf, liberaler Chefökonom der «Financial Times», sieht es ähnlich. Die Schweiz befinde sich in einer schönen Situation. Zur "Schweiz am Sonntag" sagt er: «Das sollte sie doch ausnützen, umso mehr, als der starke Franken die Konjunktur abkühlt.» Für Oswald Grübel ist klar: «Wäre ich Politiker, würde ich mir darüber Gedanken machen.»

In der Politik ist dieses Thema aber «nahezu ein Tabu». Man traue sich nicht, darüber zu sprechen. Serge Gaillard, Direktor der Finanzverwaltung, sagt im Interview mit der "Schweiz am Sonntag": «Das sind interessante Diskussionen. Sie werden aufgrund von Vorstössen auch bald im Parlament diskutiert.» CVP-Ständerat Konrad Graber schlägt in einem Postulat vor, zu prüfen, ob die Schweiz nicht einen Staatsfonds schaffen müsste. Unterstützung erhält er von BDP-Präsident Martin Landolt.

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