Die Männer- und Väterorganisationen in der Schweiz ihren nächsten Angriff: Sie wollen in einer Woche einen «komplett neuen Lösungsvorschlag» für einen staatlich unterstützten Vaterschaftsurlaub und einer Elternzeit präsentieren. Das schreibt die Zeitung «Der Sonntag».

Zum Thema Vaterschaftsurlaub wurden bisher von mehrheitlich linker Seite verschiedene Vorstösse eingereicht, die aber alle chancenlos blieben. Umso überraschender ist, dass die Männerorganisationen für ihr Anliegen nun breite politische Unterstützung finden - auch aus dem bürgerlichen Lager.

Von der SVP bis zu den Grünen

Im Unterstützungskomitee sitzt SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler (Bern), FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen (Bern), CVP-Nationalrat Norbert Hochreutener (Bern), SP-Ständerätin Anita Fetz (Basel) und der Grüne Nationalrat Alec Von Graffenried (Bern).

Die Politiker unterstützen die Idee und reichen dazu in der kommenden Session gemeinsam einen Vorstoss im Parlament ein. Die Diskussion über einen Vaterschaftsurlaub sei blockiert, sagt Markus Theunert von männer.ch, dem Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen.

Bürgerliche sollen politische Mehrheit bringen

«Es ist schwierig für das Anliegen eine politische Mehrheit zu finden», sagt Theunert. Das soll sich jetzt dank den bürgerlichen Politikern an Bord ändern. Grund für die Lancierung dieses neuen Vorstosses ist, dass laut Theunert die Schweiz im europäischen Vergleich hinterherhinkt.

Ein Vaterschaftsurlaub ist in der Schweiz nicht gesetzlich verankert. «Es ist beschämend, was die Schweiz den frischgebackenen Vätern bietet», sagt er. Bisher gewähren einzelne Kantone und Unternehmen ihren Mitarbeitern einen Urlaub bis zu 14 Tagen. Die Politiker informieren am 30. Mai in Bern über ihr Anliegen.