Jolanda Spiess-Hegglin

Buchprojekt über Spiess-Hegglin: Gericht stoppt «Tagesanzeiger»-Journalistin

Jolanda Spiess-Hegglin.

Jolanda Spiess-Hegglin.

Zuger Kantonsgericht erlässt superprovisorische Verfügung in Zusammenhang mit geplantem Buch über Jolanda Spiess-Hegglin.

Das Zuger Kantonsgericht hat die «Tagesanzeiger»-Journalistin Michèle Binswanger gestoppt. In einer so genannten superprovisorischen Verfügung untersagt das Gericht Binswanger namentlich, im Zusammenhang mit ihrem Buchprojekt über die Zuger Landammannfeier 2014 über Inhalte zu schreiben, welche die Persönlichkeitsrechte und die Intimsphäre von Jolanda Spiess-Hegglin verletzen könnten.

Das Verbot bezieht sich auch auf alle anderen Publikationskanäle der Journalistin. Ein Verstoss könnte eine Busse von bis zu 10'000 Franken nach sich ziehen.

Spiess-Hegglin hatte das Gericht um den Erlass einer solchen Verfügung ersucht, weil sie befürchtet hatte, Binswanger könnte in ihrem geplanten Buch ihre Persönlichkeit oder jene des ehemaligen SVP-Kantonsrats Markus Hürlimann verletzen, zumal sie sich in ihren Texten schon früh auf eine spekulative und nicht erstellte Version der damaligen Ereignisse festgelegt habe. Spiess-Hegglin bezeichnete Binswangers geplantes Buch als «privates Racheprojekt».

In einer Nachricht auf Twitter schrieb Binswanger erst zu Beginn dieser Woche, Spiess-Hegglin entscheide sich «seit 5,5 Jahren, öffentlich über den Fall zu sprechen und einen Unschuldigen der Vergewaltigung zu bezichtigen». Diese Aussage dürfte rechtswidrig sein. Das Zürcher Obergericht hatte zuletzt den ehemaligen «Weltwoche»-Journalisten Philipp Gut wegen übler Nachrede verurteilt. Auch dieser hatte behauptet, Spiess-Hegglin habe über die Ereignisse an der Landammannfeier gelogen und Markus Hürlimann «planmässig falsch beschuldigt».

Binswanger hat nun in den nächsten 10 Tagen Gelegenheit, zur Verfügung des Zuger Kantonsgerichts Stellung zu nehmen.

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