Britische Polizei nach Tod am Rand von G20-Protesten unter Druck

Polizei soll Schuld sein an Todesfall

Polizei soll Schuld sein an Todesfall

Nach dem Tod eines 47-Jährigen am Rand der Proteste gegen den G-20-Gipfel vergangene Woche in London gerät die britische Polizei unter Druck. Nach der Veröffentlichung eines Amateurvideos forderten Regierung und Opposition Ermittlungen.

Das Video war am Dienstagabend von der Zeitung "The Guardian" veröffentlicht worden. Darauf ist zu sehen, wie Sicherheitskräfte den Zeitungsverkäufer in London gewaltsam zu Boden stossen. Mit Hilfe anderer Passanten steht er wieder auf. Kurz darauf brach er tot zusammen, nach offiziellen Angaben erlag er einem Herzinfarkt.

Polizeichef Paul Stephenson räumte ein, dass das Video "Bedenken" hervorrufe. Er versprach eine eingehende Untersuchung. Innenministerin Jacqui Smith drängte die Polizeiaufsichtsbehörde, ihre Untersuchungen "so schnell wie möglich" abzuschliessen. Sie schloss auch eine anschliessende strafrechtliche Verfolgung nicht aus.

"Das Video zeigt deutlich einen nicht provozierten Angriff eines Polizisten auf einen Passanten. Das ist widerlich", sagte David Howarth von der Liberaldemokratischen Partei. Ein Sprecher der Konservativen Partei sprach von "extrem alarmierenden" Neuigkeiten.

Auch die Familie des Verstorbenen forderte, den Fall umgehend zu klären. "Wir wollen Antworten", sagte dessen Stiefsohn. "Gerechtigkeit wird walten." Zuvor hatten sich bereits Zeugen gemeldet, die aussagten, dass die Polizei den Mann angegriffen hatte.

Die Polizei hatte dagegen erklärt, von Demonstranten attackiert worden zu sein, als sie dem Mann helfen wollte.

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