Brexit

Britische Elite-Unis wollen enge Kooperation mit der Schweiz

Oxford gilt als beste Hochschule des Kontinents.

Oxford gilt als beste Hochschule des Kontinents.

Nach dem Brexit geben sich britische Hochschulen interessiert an einer engeren Zusammenarbeit mit Schweizer Universitäten. Für Schweizer wird das Studium auf der Insel wohl künftig teurer.

Die besten britischen Hochschulen suchen nach dem Brexit die Nähe zur Schweiz. «Wir sind sehr an einer intensiveren Kooperation mit den Schweizer Universitäten interessiert», sagt Michael Arthur, Rektor des University College London zur «Schweiz am Sonntag». «Nach dem Brexit stärker als je zuvor.»

Damit steht der Londoner nicht allein, weitere Hochschulen haben Interesse signalisiert. Oxford, eine der besten Universitäten der Welt, hebt nach dem Referendum das Verhältnis zur Schweiz hervor. «Wir schätzen unsere Beziehungen enorm», sagt Rektorin Louise Richardson zur «Schweiz am Sonntag». «Wir werden jede Gelegenheit wahrnehmen, an gemeinsamen Projekten zu arbeiten.»

Schon vor dem Brexit-Referendum baten die Engländer Schweizer Forscher um Rat, was sie bei einem Austritt erwartet. Nun sollen Kooperationen mit der Schweiz den Weg weisen. «Die Universitäten müssen an vordersten Front kämpfen und den Rest des Landes führen, wenn es um internationale Kooperationen geht», sagt der Londoner Rektor Arthur. Er will in die Schweiz reisen, um mit Hochschulvertretern, aber auch Parlamentariern zu sprechen. Dabei ginge es nicht nur um England. «Wenn ich der Schweiz in den Verhandlungen mit der EU helfen kann, werde ich das tun», sagt er.

Michael Hengartner, Rektor der Universität Zürich, begrüsst die Bekundungen aus Grossbritannien. Auch er sei an einer Kooperation interessiert. Der Brexit verhärtet nun allerdings die Positionen beider Parteien: «Die EU wird uns kaum entgegenkommen und Sonderlösungen zugestehen», sagt Hengartner. Ansonsten würden die Engländer auf die gleichen Bedingungen pochen.

Zu den Verlierern zählen auch Schweizer, die in England studieren wollen. Nach aktuellem Stand müssen sie 2019 – wenn Grossbritannien aus der EU ausgetreten ist – höhere Gebühren zahlen, weil eine Sonderregel für alle Studenten in Europa wegfällt.

Bisher zahlten sie 4000 bis 9000 Pfund für zwei Semester. Ab 2019 müssen sie wohl denselben Betrag wie ihre Kommilitonen aus Asien oder Indien überweisen: zwischen 20 000 und 25 000 Pfund.

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