Vor der schottischen Küste hat die britische Royal Air Force zwei russische TU-160-Bomber aus ihrem Luftraum verjagd. Die Russen wollten offenbar eine U-Boot-Übung der Briten ausspionieren.

Der Vorfall ereignete sich laut der «Times» vor zwei Wochen. Die Briten entdeckten die beiden Bomber des Typs Tupolew-160 Blackjack - die auch Atomwaffen an Bord haben können - in den frühen Morgenstunden des 10. März. Als die Briten die Flugzeuge entdeckten schickten sie umgehend zwei Tornado-Abfangjäger in die Luft, fingen die Bomber über Stornoway auf den schottischen Hebriden-Inseln ab und begleiteten sie aus dem britischen Luftraum. «Das ist nicht unüblich», sagt Oberstleutnant Mark Gorringe von der betroffenen Abfangstaffel. Seit Anfang 2009 hätten Jäger der britischen Luftwaffe (RAF) bereits 20 Mal zu solchen Missionen ausrücken müssen.

Die Royal Air Force veröffentlichte nach dem Vorfall Bilder der russischen Bomber, was laut der «Times» bisher noch nie vorgekommen ist. Weshalb die Russen den britischen Luftraum verletzt haben, ist den Experten klar: Einerseits finden vor der schottischen Küste U-Boot-Manöver statt, für die sich die Russen offensichtlich interessieren. Andererseits wollen sie schlicht zeigen, «wir sind noch hier» - sie wollen ihre Muskeln spielen lassen. (muv)