Waffeninitiative

Brigadier a.D. Doris Portmann: «Die Armee vernachlässigt die Frauen»

Doris Portmann hat kein spezielles Verhältnis zur Waffe.  E.Freudiger

Doris Portmann hat kein spezielles Verhältnis zur Waffe. E.Freudiger

Die ehemals höchste Frau im Militär kritisiert die Waffeninitiative. Sie schwäche die Armee. Für sie ist aber auch klar: Das Militär investiere zu wenig in die Frauen.

Die Armee ist mitschuldig, dass eine Mehrheit der Frauen die Waffen aus dem Haushalt verbannen will. Zu diesem Schluss kommt Doris Portmann, von 1998 bis 2005 «Chef Frauen in der Armee» im Interview mit der az. Gemäss Umfragen befürworten 61 Prozent der stimmberechtigten Frauen die Waffeninitiative. Dies ist laut Portmann ein Zeichen dafür, «dass die Beziehung der Frauen zur Armee schlechter geworden ist».

Der Grund dafür ist für Brigadier a.D. Doris Portmann klar: Die Armee investiert zu wenig in Frauen. «Wir hatten jahrelang Stellen in der Armee, die sich mit Frauen auseinandersetzten. Unter anderem meine ehemalige Funktion als Chef Frauen in der Armee.» Diese Stellen wurden im Zuge der Armeereformen gestrichen. Durch die fehlende Medienpräsenz von weiblichen Angehörigen der Armee habe die weibliche Bevölkerung den Bezug zur Waffe und zur Armee verloren, so Portmann. «Seit mehreren Jahren werden Frauen nicht mehr in die Diskussion um
Sicherheitspolitik und Armee einbezogen», sagt Portmann.

Schützen für Armee unverzichtbar

Während Frauen die Waffeninitiative laut Umfragen mehrheitlich befürworten, mobilisieren die Schützenvereine ihre Mitglieder gegen die Vorlage. Sie befürchten das Ende des Schiesssports, falls die Militärwaffen künftig im Zeughaus aufbewahrt werden müssten.

Die Furcht der Schützen liegt in der engen Verbindung zur Armee. Mit der Bewaffnung der Staatsbürger wurden die Schützenvereine unverzichtbar, da sie für die Armee das Obligatorische durchführen. Diese Verbindung würde bei Annahme der In-itiative infrage gestellt und die Schiessvereine verlören Mitglieder, befürchten die Schützen. 

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