Terrorismus

Briefbomben: So können sie erkannt werden

Diese explosive Sendung wurde 1998 in Österreich entdeckt.

Briefbombe

Diese explosive Sendung wurde 1998 in Österreich entdeckt.

Der Anschlag in der Schweizer Botschaft in Griechenland und der Fehlalarm bei der «az Solothurner Zeitung» haben es gezeigt: Der Terrorismus hat die Schweiz erreicht. Hier erfahren Sie, wie eine Briefbombe erkannt werden kann.

Die Aufregung in Solothurn war gross, als ein verdächtiges Paket bei der «az Solothurner Zeitung» aufgetaucht ist. Nach mehreren versendeten Brief- und Paketbomben in den vergangenen Tagen hat der Terrorismus auch die Schweiz erreicht. Zum Glück stellte sich die Situation in Solothurn als Fehlalarm heraus.

Post verweigert Auskunft

Die Unsicherheit ist dennoch gross. Wie kann eine Briefbombe erkannt werden? Die Post will ihren Kunden darüber keine Auskunft geben. «Wir erachten es als gefährlich, zu sagen, wie eine Briefbombe aussieht», erklärt Nathalie Salamin gegenüber az. Die Mediensprecherin der Post befürchtet, dass wenn die Post ihre Massnahmen bekannt gibt, die Terroristen diese umgehen könnten. «Wir sind keine Terrorismus-Experten», fügt sie an.

Die Post halte sich an Weisungen des Bundes. Bekannt ist, dass seit letztem Montag alle Transitsendungen aus dem Jemen an den Flughäfen Zürich und Genf kontrolliert werden. Dies aufgrund einer Weisung des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl). Eine Weisung für Griechenland hat das Bazl nicht herausgegeben.

In der Zwischenzeit gehen selbst der Post die Weisungen des Bundes zu wenig weit. «Wir haben entschieden, dass Importsendungen aus verschiedenen Ländern geröntgt werden», so Salamin. Um welche Länder es sich handelt, will sie aber nicht bekannt geben. Mit Verzögerungen im Briefverkehr sei nicht zu rechnen, weil aus den betroffenen Ländern nur wenig Post in der Schweiz eintrifft. Zu Verzögerungen kommt es bei Post aus Griechenland, weil das Land selbst die Sendungen zurückhält und kontrolliert.

Merkmale von Briefbomben

Wie aber können nun Briefbomben erkannt werden? Verdächtig sind Sendungen wenn die Sendung ...
• ... starr und fest ist und sich der Inhalt elastisch anfühlt
• ... besondere Hinweise enthält (zum Beispiel: «Persönlich», oder «Nur vom Empfänger zu öffnen»)
• ... dicker und schwerer ist als üblich. Auch Unebenheiten und Verstärkungen sind Indizien
• ... Fettflecken und Verfärbungen aufweist. Das kann auf Plastiksprengstoff hindeuten
• ... mit viel Klebefolie verpackt ist und ein abgedeckter Faden, der ins Innere der Sendung führt
• ... ungewöhnlich riecht oder ein Pulver austritt
• ... keinen oder fehlerhafte Absender enthält

Erhält jemand ein Paket oder ein Brief mit diesen Merkmalen erhalten, sollte die Polizei informiert werden. Das empfiehlt auch die Post. Die Sendung sollte an einem gesicherten Ort aufbewahrt werden.

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