Anschlag von Olten
Briefbombe von Olten: Ex-Geheimdienstchef Regli warnt vor weiteren Anschlägen

„Die Schweizer Gesetzgebung ist im Bereich der Nachrichtenbeschaffung nicht nach den sicherheitspolitischen Herausforderungen von heute und der Zukunft ausgerichtet", sagt der ehemalige Schweizer Geheimdienstchef Peter Regli.

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Ex-Geheimdienstchef Peter Regli warnt vor weiteren Anschlägen.

Ex-Geheimdienstchef Peter Regli warnt vor weiteren Anschlägen.

Keystone

Für den ehemaligen Direktor des Schweizer Nachrichtendienstes, Peter Regli, war voraussehbar, dass sich ein Anschlag wie jetzt in Olten ereignen würde, wie der gegenüber der Schweizer Zeitung „Der Sonntag" sagt: „Die Schweizer Gesetzgebung ist im Bereich der Nachrichtenbeschaffung nicht nach den sicherheitspolitischen Herausforderungen von heute und der Zukunft ausgerichtet."

Dem Bundesgesetz über die Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS II) seien die Zähne gezogen worden. „Das Parlament war dagegen, dass der Nachrichtendienst Mittel wie die Nachrichtenbeschaffung im Vorfeld bekommt, die es in den umliegenden Ländern gibt", sagt Regli: „Wir wollten nicht wahrhaben, dass die Gefahr solcher Anschläge längst vorhanden ist." Mit weiteren solchen Anschlägen sei „leider zu rechnen".

Für den Oltner Stadtpräsidenten Ernst Zingg (FDP) bleibt rätselhaft, weshalb die Swiss Nuclear von der anarchistischen Vereinigung Federazione Anarchica Informale (FAI) als Ziel ausgesucht wurde. „Nicht einmal in Olten kennen alle Swiss Nuclear", sagt Zingg. Nur 500 Meter entfernt liegt die der Hauptsitz des Stromkonzerns Alpiq.

Dort werden „ab sofort Briefpost und Pakete ganz genau geprüft", wie Sprecher Andreas Werz sagt. Das ist auch für alle AKW-Betreiber der Fall. „Es gilt das Prinzip der erhöhten Wachsamkeit", sagt Mühleberg-Sprecher Antonio Sommavilla. Die Familie der verletzten Sekretärin zeigte sich gegenüber dem „Sonntag" und schockiert und erklärte. „Mit so etwas rechnet man einfach nicht."