Alfred Borter

Die Genehmigung des Jahresberichts der Zürcher Fachhochschule für das Jahr 2008 bot dem Kantonsrat Gelegenheit, nicht nur den Verantwortlichen für die geleistete Arbeit zu danken, sondern auch kritisch anzumerken, das Wachstum der Studierendenzahlen sei einzudämmen, um die Kosten im Griff zu behalten.

Arm, aber nicht dumm

Der Präsident der Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit, Johannes Zollinger (EVP, Wädenswil), betonte zwar, es gebe keinen Anlass zu grundsätzlicher Kritik, doch dürfe nicht damit gerechnet werden, dass die Finanzen im Gleichschritt mit dem Wachstum der Studierendenzahlen heraufgesetzt würden. Und mit Blick auf die kommende Budgetdebatte erwähnte er, 1864, als Dänemark wirklich arm dran war, habe der König die Bildungsausgaben verdoppelt mit der Bemerkung: «Wir sind zwar arm, aber wir wollen nicht auch noch dumm werden.»

Tatsächlich drehte sich die Debatte hauptsächlich um die Kosten und wie man sie beschränken könnte. Thomas Kübler (FDP, Uster) betonte etwa, es brauche «mutige Zulassungsbeschränkungen». Keine Abstriche dürfe man hingegen bei der Qualität machen. Ralf Margreiter (Grüne, Zürich) erwähnte, er wundere sich nicht darüber, dass die Studierendenzahlen förmlich explodierten. Bei der Zürcher Fachhochschule handle es sich um eine Erfolgsgeschichte: «Aber jetzt müssen wir aufpassen, dass sie am Erfolg nicht erstickt.»

Walter Müller (SVP, Pfungen) hätte es lieber, wenn die Jungen eine Lehre absolvierten und dann in den Beruf einsteigen würden, statt den Weg über die Fachhochschule zu wählen und dann allenfalls ohne Job dazustehen. «Man soll die Akademisierung nicht noch fördern», meinte er. Auch Willy Haderer (SVP, Unterengstringen) legte ein gutes Wort ein für die höhere Fachausbildung. Barbara Bussmann (SP, Volketswil) warnte davor, das Heil in der Erhöhung der Studiengebühren zu suchen. Susanna Rusca (SP, Zürich) fügte bei, das Gewerbe sei auf gut ausgebildete Leute angewiesen. Zulassungsbeschränkungen zu den Fachhochschulen wären fatal.

Zurückhaltung üben

Regierungspräsidentin Regine Aeppli gab zu verstehen, wenn man den Numerus clausus einführe, hätte das die Folge, dass abgewiesene Studenten an Fachhochschulen ausserhalb des Kantons Zürich ihr Glück versuchten, und wegen des Konkordats müsste der Kanton die Kosten dafür übernehmen. Aber sie gestand zu, der Leistungsauftrag an die Schulen sei zu überprüfen. Die Explosion der Studierendenzahlen habe ja speziell im Bereich der Masterstudiengänge stattgefunden. Hier müsse man aufpassen, dass man nicht Ähnliches sowohl an der Universität als auch an der Fachhochschule anbiete. Der Fachhochschulrat sei bei der Bewilligung neuer Masterstudiengänge an Fachhochschulen zurückhaltend. Sie wies auch darauf hin, in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Künste bestünden bereits Kapazitätsbeschränkungen.

Mit 162 zu 0 Stimmen genehmigte der Rat den Jahresbericht.