Holderbank
Braucht Holderbank überhaupt einen neuen Dorfplatz?

Der Kanton kam an der Infoveranstaltung am Donnerstagabend arg unter die Räder. Auch die Gemeinde wurde für den neuen Dorfplatz kritisiert. Er sei am falschen Ort oder gar unnötig.

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Projekt

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Solothurner Zeitung

Fabian Muster

Sie kamen sich im Holderbanker Gemeindesaal wohl vor wie in der Höhle des Löwen: Peter Portmann und Simon Rutishauser vom Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT) sowie Werner Berger, Projektverfasser vom Planungsbüro Kyburz Fähndrich Berger AG in Egerkingen, standen an der Infoveranstaltung zur Sanierung der Augstbach-Eindolung und der Hauptstrasse im Kreuzfeuer der Kritik. Die rund 60 Anwesenden brachten ihren Unmut klar zum Ausdruck.

Vor der Diskussion stellte Berger noch einmal kurz das Projekt vor. Neu wird es bei den beiden Fussgängerstreifen beim Restaurant Kreuz und beim Gemeindehaus eine Mittelinsel geben. Von einer Lichtsignalanlage sieht man heute eher ab, vor allem bei einem Verkehrsaufkommen von nur rund 3500 Autos pro Tag. Der Hauptstrasse entlang ist vor dem Fabrikplatz eine Baumallee geplant, «damit Tempo 50 auch wahrgenommen wird», so Berger. Die Polizei habe festgestellt, dass zu schnell gefahren werde.

Das gesamte Projekt kostet rund 2 Mio. Franken. Die Gemeinde trägt daran 22 Prozent zur Hauptstrasse und 16 Prozent zur Augstbach-Eindolung bei. Das macht rund 330 000 Franken. Dazu kommen zirka 250 000 Franken für die Postplatzumgestaltung, welche die Gemeinde selbst übernehmen muss. Insgesamt muss Holderbank mit Aufwendungen von 580 000 Franken rechnen.
Steuererhöhung wegen Dorfplatz?

Nach anfänglicher Zurückhaltung nahm die Diskussion schnell Fahrt auf. Vor allem die Umgestaltung des Postplatzes, für welche die Gemeinde zuständig ist, wurde arg zerzaust. Der neue Dorfplatz vor dem Restaurant Eintracht sei zu gross, am falschen Ort oder würde nur wichtige Parkplätze wegnehmen, etwa für Lastwagen. Überhaupt wurde angezweifelt, ob eine Neugestaltung nötig sei. Ein Votum brachte es auf den Punkt: «Das Projekt verschlechtert die finanzielle Lage Holderbanks nur. Wir müssten die Steuern dafür erhöhen.»

Der neue Dorfplatz solle daher ganz weggelassen werden. Die drei Herren vom Kanton hörten sich die Sache an, verwiesen aber auf Gemeindepräsident Urs Hubler. Dieser rechtfertigte sich: «Die Umgestaltung soll das Dorfbild aufwerten.» Der Gemeinderat habe den Dorfplatz vor dem Restaurant Eintracht geplant, weil der Kanton auch gleich noch was daran bezahle. «Jetzt ist der beste Zeitpunkt für einen neuen Dorfplatz», meinte Hubler.

Kritisiert wurde der Kanton für die Wahl der Bushaltestelle, für die neu eine separate Einbuchtung bei der Hauptstrasse vorgesehen ist. Der Bus könne doch gleich auf der Hauptstrasse warten, dann gäbe es mehr Parkplätze. Auch eine Verschiebung der Haltestelle richtig Balsthal oder Langenbruck wurde vorgebracht. Die Verengung der Fahrbahn, die Mittelinseln oder die Standorte der heutigen Fussgängerstreifen wurden ebenfalls bemängelt. Gemeindevizepräsident Stefan Marty forderte die Kantonsvertreter am Schluss auf, nochmals über die Bücher zu gehen. «Es wurde deutlich, dass die jetzige Variante niemandem gefällt.»

Peter Portmann vom AVT verwies auf die im 2003 gutgeheissene Ortsplanung, worauf sich das Projekt stütze. «Aber über eine Verschiebung der Bushaltestelle kann man sicher diskutieren», gab er sich gesprächsbereit. Auf Nachfrage erklärte Gemeindepräsident Urs Hubler, er gehe nach dieser Diskussion davon aus, dass dem Stimmbürger auf die Budgetgemeindeversammlung hin verschiedene Varianten zur Abstimmung präsentiert werden.

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