Brandanschlag

Brandanschlag auf tunesische Botschaft in Bern

Am frühen Mittwochmorgen ist auf die tunesische Botschaft in Bern ein Brandanschlag verübt worden. Ein Brand brach aber laut einer Mitteilung der Berner Behörden nicht aus, und der Sachschaden blieb gering.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte Polizeisprecherin Ursula Stauffer, die Feuerwehr sei ausgerückt, habe aber nicht eingreifen müssen.

Eine unbekannte Täterschaft hatte um etwa 0.40 Uhr mehrere Brandsätze gegen das Gebäude an der Kirchenfeldstrasse geworfen, wie die Regionale Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei Bern in einem Communiqué mitteilten. Die Täter seien unerkannt entkommen. Der Hintergrund und der genaue Ablauf der Tat würden ermittelt.

Schweizer Komitee verurteilt Anschlag

Ein Schweizer "Unterstützungskomitee für das tunesische Volk" (CSPT) verurteilte den Anschlag in einer Mitteilung und appellierte an die Polizei, die genauen Hintergründe ans Licht zu bringen. Ohne Hinweise auf eine mögliche Täterschaft abzugeben, äusserte das Komitee Zweifel an dem Zwischenfall.

Der Aufstand in Tunesien sei friedlicher Art, hiess es. Die tunesischen Behörden versuchten mit allen Mitteln, die enorme Solidarität der tunesischen Gemeinschaft in der Schweiz mit der friedlichen Protestbewegung in Tunesien zu zerschlagen.

Die starke Ähnlichkeit des Anschlages in Bern mit einem Vorfall im tunesischen Konsulat am Sonntag in Pantin bei Paris sei "merkwürdig", sagte Anouar Gharbi, Koordinator des Komitees, auf Anfrage der SDA. Auch dort hatte sich am frühen Morgen eine kleine Explosion ereignet, und wie in Bern waren die Schäden gering gewesen.

Das Bundesamt für Polizei (fedpol) wollte am Mittwoch nicht bekanntgeben, ob die tunesische Botschaft angesichts der Unruhen in Tunesien zum Zeitpunkt des Anschlags bewacht worden war. Schutzmassnahmen würden nicht öffentlich kommuniziert, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Generell werden die Botschaften in Bern von der Kantonspolizei geschützt, in Zusammenarbeit mit Personal der Militärischen Sicherheit und Durchdienern in der Armee.

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