Böses Aufwachen für Ehrendingen

Im Vertrauen auf den Kanton hatte Ehrendingen Schulraum für 830 000 Franken geplant. Jetzt will der Kanton nur einen kleinen Teil davon bezahlen. Und die Gemeinde muss den Löwenanteil der verunglückten Regos- und Kleeblattplanung tragen.

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Ehrendingen

Ehrendingen

Schweiz am Sonntag

Dieter Minder
«Regos ist endlich vollbracht», titelte die AZ am 17. März 2006. Der Regierungsrat hatte entschieden, im künftigen Oberstufenschulkreis (Regos) Surbtal sollten Ehrendingen und Lengnau Standorte der Sekundarschule werden.

Bis der Vertrag unterzeichnungsreif war, dauerte es noch einige Zeit, doch schliesslich fanden sich die Gemeinden unter einem Schuldach zusammen. «Die Tinte auf dem Vertrag war noch nicht trocken, als der Kanton seine Vorgaben änderte», kommentierte Gemeindeammann Renato Sinelli im März 2007 die neue Situation. Im Rahmen des Bildungskleeblattes hatte der Kanton den Ehrendingern ihren Oberstufenstandort wieder weggenommen. Dies war letztlich der Anstoss für den Wechsel von Ehrendingen in den Schulkreis Baden. Nun soll das politische Verwirrspiel auch noch finanziell bereinigt werden.

Im Hinblick auf den Oberstufenstandort, nach Regos, hatte der Kanton die Gemeinde Ehrendingen aufgefordert, ihren Schulraum an die neuen Anforderungen anzupassen. Neben Dachausbauten im Schulhaus Lägernbreite machte sich Ehrendingen auch an die Planung einer Doppelturnhalle. Die Gemeinde erwarb, neben dem Schulhaus Lägernbreite, Bauland und führte einen Wettbewerb durch. Daraus resultierten Projekte mit Baukosten zwischen 6,7 und 9,7 Millionen Franken.

Mit dem Verlust des Oberstufenstandortes wechselten die Spielregeln. Es brauchte weniger Schulraum und mit den vom Kanton in Aussicht gestellten Subventionen durfte nicht mehr gerechnet werden. In einem ersten Schritt stoppte die Gemeinde die weitere Planung, danach wurde das Projekt beerdigt. Übrig blieben Kosten von 830000 Franken. Im Betrag sind Umbauten im Schulhaus Lägernbreite sowie Landhandel und Planung enthalten. Diese sind teilweise fertig, teilweise im Gange.

Mit der Ablehnung des Bildungskleeblattes fehle die Rechtsgrundlage für eine Entschädigung der Gemeinde, sagen die Vertreter des Kantons heute. Die Gemeinde stellte dem Kanton zwar eine Rechnung für ihre Ausgaben, doch der stellte sich auf den Standpunkt höchstens 252000 der 830000 Franken seien Oberstufen-relevant. Es handelt sich dabei primär um den Anteil für eine Turnhalle. Nur dies, so der Kanton, wäre für die Regos nötig gewesen, der Rest sei Sache der Gemeinde. In Verhandlungen war der Kanton bereit, die Hälfte, also 126000 Franken, zu übernehmen. Die anderen 126000 Franken und die Differenz zu den 830000 Franken muss die Gemeinde übernehmen. Bis das Geld in Ehrendingen eintrifft, dürfte es noch eine Zeitlang dauern. Das Geld soll im Rahmen eines Nachtragskredites im Spätsommer bewilligt werden.