Der Vermittlungsausschuss, zusammengesetzt aus Vertretern der Opposition und des Regierungslagers, habe am Sonntag (Ortszeit) nach zweitägiger Pause seine Beratungen wieder aufgenommen und bis in die Nacht hinein getagt, teilte der Senat in La Paz mit.

Zuvor hatte Morales der Forderung der Opposition nach einer Überarbeitung des Wählerregisters nachgegeben. Er stellte jedoch die Bedingung, dass dies die für den 6. Dezember angesetzten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen nicht verzögere.

Die Opposition geht von Unregelmässigkeiten bei 30 Prozent der rund vier Millionen Einträge im Wählerregister aus. Das Wahlgericht spricht von einer Quote von höchstens sechs Prozent.

Ausser einer transparenteren Gestaltung des Wählerregisters verlangen die konservativen Regierungsgegner, das Wahlrecht für im Ausland lebende Bolivianer einzuschränken und die Zahl der für indianische Minderheiten reservierten Sitze im Parlament zu verringern.

Der Bewegung zum Sozialismus (MAS) von Präsident Morales werfen sie vor, mit der geplanten Wahlrechtsreform ihren Sieg bei den nächsten Wahlen sicherstellen zu wollen. Das Morales-Lager hat im Abgeordnetenhaus die Mehrheit, im Senat hingegen dominiert die Opposition.

Weil diese die Verabschiedung des Wahlgesetzes blockierte, war Morales am Donnerstag mit 14 regierungsnahen Gewerkschaftsführern in den Hungerstreik getreten.