„Thierry kann nicht rechnen“, provoziert der langjährige SP-Präsident Peter Bodenmann in seiner "Weltwoche"-Kolumne den Aargauer Thierry Burkart. Der FDP-Nationalrat ersuchte den Bundesrat in der Frühjahrssession mittels Postulat in einem Bericht aufzuzeigen, welchen Einfluss das auf Druck der USA erwirkte Nato-Ziel, die Verteidigungsausgaben bis 2024 auf zwei Prozent des BIP zu erhöhen, auf die Schweiz habe. „An der Nato-Verpflichtung werden wir uns mittel- bis langfristig orientieren müssen“, liess sich Burkart daraufhin im "Blick" zitieren.

Derweil Burkart in seinem Postulat von einem 0,8 Prozentanteil der Verteidigungskosten vom BIP ausgeht (ca. 5 Milliarden Franken), rechnet Peter Bodenmann in seiner Kolumne einen doppelt so hohen Wert vor. Die jährlich insgesamt 5,9 Millionen Diensttage würden den Unternehmern Kosten verursachen und daher die Volkswirtschaft belasten. Der Walliser Hotelier bilanziert: „Thierry kann nicht rechnen“.

"Er spitzt bis zur Unkenntlichkeit zu"

Burkart sagt zu Bodenmanns Giftpfeil, er habe ihn „mit Schmunzeln zur Kenntnis genommen“. Die Kolumne sei typisch Peter Bodenmann. „Er spitzt es bis zur Unkenntlichkeit auf humorvolle Art zu“, so Burkart gelassen. Um dann in gleicher Währung zurückzugeben: „Peter kann nicht lesen“. Offensichtlich habe Bodenmann seinen Vorstoss nicht gelesen, sondern Bezug auf den "Blick"-Artikel genommen.

Letztlich sei es eine politische Diskussion, welche Kostenpunkte in den Verteidigungsausgaben berücksichtigt würden, erklärt der FDP-Aargauer die divergierenden Zahlen. Dies zeigt das Beispiel Deutschland: Angela Merkel möchte im Falle einer Wiederwahl die Ausgaben für Asyl und Entwicklungshilfe als Militärausgaben verbuchen, um die von Donald Trump verordnete Aufrüstungsvorgabe der USA zu erreichen.

„Mit meinem Postulat wollte ich im Grunde bewirken, dass die Diskussion umgekehrt wird", betont Burkart. "Es sollte nicht primär über die Ausgaben gesprochen werden.“ Burkart fordert eine Risikoanalyse, um den Verteidigungshaushalt anhand dessen zu definieren. „Ich bin überzeugt, dass die Verteidigungsausgaben mittel- oder langfristig erhöht werden müssen“, gibt der Nationalrat letztlich unumwunden zu.

PS: Trotz "Thierry"- und "Peter"-Zitaten, per Du sind Bodenmann und Burkart noch nicht.