Die Bildsprache ist rabiat: Eine zerquetschte Hand mit verstümmelten Fingern, Blut und eine «Billag»-Mausefalle mit 60 Franken drin. Die Aussage eindeutig: Beim neuen Radio- und TV-Gesetz handelt es sich um eine Falle.

In der hauseigenen Gewerbezeitung setzt Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler einige Wochen vor der RTVG-Abstimmung auf wirkungsstarke aber wenig geschmackvolle Mittel. Diese Woche wurde die Kampfschrift in 2,5-Millionen-facher Auflage in grösseren Schweizer Städten verteilt. 

Ein weiterer Höhe- respektive Tiefpunkt ist der Comic, welcher SRG-Direktor Roger de Weck als schielenden Dieb zeigt. Zusammen mit Medienministerin Doris Leuthard stiehlt er dem unwissenden Volk 1000 Franken aus dem Portemonnaie.  

Gegenüber dem «Tages Anzeiger» äussert Gewerbeverbandsdirektor Bigler keinerlei Bedenken über die krassen Darstellungen. Dass sich diese kontraproduktiv für sein Anliegen, das Nein zum RTVG, auswirken könnten, bezweifelt er: «Wir zeigen nur auf, was geschieht, wenn wir Ja zu einer neuen Steuerfalle sagen.» Zum Comic sagt er: «In den vorhergehenden Seiten legen wir ausführlich und sachlich dar, wo das Problem liegt. Der Comic fasst das auf eine einfache Art und Weise zusammen.»

Auch der Comic-Zeichner Rainer Benz verteidigt gegenüber dem Tagi die Darstellung des schielenden de Wecks: Der SRG-Direktor habe genau diesen Blick drauf. «Er kann nichts dafür, ich aber auch nicht.», so Benz. Er finde es «schön, wenn eine Zeichnung etwas für Aufsehen sorgt!».

Das Aufsehen ist dem Gewerbeverband mit solchen Aktionen sicher. Ob er damit den Geschmack der Bevölkerung trifft, wird sich am 14. Juni weisen. (rhe)