Philipp Hildebrand
Blochers heikle Rolle bei Angriff auf Nationalbankpräsident

Hinter den Insider-Vorwürfen gegen Notenbankchef Philipp Hildebrand steht Christoph Blocher. Er hat dem Bundesrat Kontounterlagen der Familie Hildebrand zukommen lassen.

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Das Heu nicht auf der gleichen Bühne mit Christoph Blocher: Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand (Archiv)

Das Heu nicht auf der gleichen Bühne mit Christoph Blocher: Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand (Archiv)

Keystone

Blocher informierte an zwei Treffen mit Micheline Calmy-Rey den Bundesrat über Verdächtigungen, wonach Hildebrand Insiderwissen weitergegeben haben soll, dies berichten «NZZ am Sonntag» und «Sonntagszeitung».

Bei einem der Treffen mit der Bundespräsidentin Mitte Dezember legte der SVP-Politiker vertrauliche Bankdokumente vor, die dies belegen sollten. Am 23. Dezember dann erklärte der Bankrat, der die Nationalbank beaufsichtigt, er sei Gerüchten nachgegangen, wonach Hildebrands Frau kurz vor der Festlegung einer Kurs-Untergrenze des Frankens Dollar gekauft habe. Nach einer externen Überprüfung sämtlicher Konten der Familie Hildebrand sei er zum Schluss gekommen, dass sich Hildebrand nichts habe zuschulden kommen lassen. Unklar war bisher die Quelle dieser Gerüchte. Dieses Rätsel ist nun gelöst.

Wie Blocher in den Besitz von Konto-Informationen der Familie Hildebrand bei der Bank Sarasin gelangte, konnte bis gestern Samstag nicht geklärt werden. Blocher selber war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Dass bei diesem Vorgang das Bankgeheimnis verletzt wurde, scheint aber wahrscheinlich, wie die "NZZ am Sonntag" weiter schreibt. Das Verhältnis zwischen SVP und Hildebrand ist seit längerem gespannt: Blocher hatte im Jahr 2011 während Monaten via "Weltwoche" versucht, den SNB-Präsidenten aus dem Amt zu drängen.