Die Spekulationen um die publizistische Ausrichtung der «Neuen Zürcher Zeitung» nehmen kein Ende. Nach wie vor ist unklar, wer den Posten des abgesetzten Chefredaktors Markus Spillmann bekleiden wird.

Im Raum stehen bleiben vorerst auch verschiedene Versionen über Kauf- und Verkaufabsichten der NZZ. «Wir kommentieren keine Gerüchte», sagt Bettina Schibli, Konzernsprecherin der NZZ, auf Anfrage der «Nordwestschweiz».

Das beharrliche Schweigen der NZZ-Spitze um CEO Veit Dengler und Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod kurbelt freilich die Spekulationen an und fördert die Verunsicherung der Redaktion.

Schweigt die NZZ, weil die Gerüchte stimmen, BaZ-Chefredaktor und Blocher-Intimus Markus Somm sei als NZZ-Chef ernsthaft im Gespräch? Oder schweigt sie, weil sie den richtigen Moment für eine Kommunikationsoffensive nach dem überstürzten Abgang Spillmanns ohnehin verpasst hat?

Christoph Blocher, Mitbesitzer der «Basler Zeitung», indes schweigt nicht – und sagt trotzdem nicht viel. «Ich weiss nicht, was da geht», sagt Blocher in seiner Internet-Sendung zur Situation bei der NZZ.

Und weiter: «Ich hoffe nicht, dass Markus Somm zur NZZ geht.» Er sei ein hervorragender Chefredaktor, der aus der BaZ nicht nur eine interessante Zeitung gemacht, sondern das Unternehmen auch gesundgespart habe. Blocher verneint, dass er an (direktem) Einfluss bei der NZZ interessiert sei. «Ich müsste ja Mitglied bei der FDP sein, um die Zeitung kaufen zu können.» (ssm)