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Blocher und die Hatz auf Reiche: «Früher waren vermögende Leute noch erwünscht»

Milliardär Christoph Blocher warnt: «Die Schweiz geht kaputt!» (Archivbild)

Milliardär Christoph Blocher warnt: «Die Schweiz geht kaputt!» (Archivbild)

Die Jagd auf Reiche ist nach der Initiativen-Flut von links eröffnet. Die Schweizer Milliardäre warnen vor einer «Hatz auf Reiche». Christoph Blocher beklagt sich: «Jetzt werden die fetten Kühe vertrieben, statt dass man sie weiterhin melken kann.»

Lange Zeit galt die Schweiz als Paradies für Top-Verdiener und Vermögende. Doch jetzt ist ein dramatischer Stimmungswandel in Gang, der wissenschaftlich belegt ist:

Laut einer Studie des Forschungsinstituts GfS Bern hat eine «Präferenzverschiebung» der Bevölkerung weg von Wettbewerb hin zu Staatseingriffen stattgefunden. Die Studie liegt der Zeitung «Schweiz am Sonntag» vor.

Der Wandel äussert sich nicht zuletzt in Volksinitiativen wie der deutlich angenommenen Abzocker-Initiative, der 1:12-Initiative, der gewerkschaftlichen Mindestlohninitiative und der Erbschaftssteuer-Initiative, die gute Umfragewerte erhalten.

Unternehmer, Ökonomen und bürgerliche Politiker schlagen jetzt Alarm. SVP-Nationalrat und Milliardär Christoph Blocher sagt zur «Schweiz am Sonntag»: «Bis jetzt waren vermögende Leute erwünscht. Schon weil sie viele Steuern bezahlen. Jetzt werden diese fetten Kühe vertrieben, statt dass man sie weiterhin melken kann.»

Blocher ist überzeugt: «Wenn wir die Minder- und die 1:12-Initiative in der Kombination durchsetzen, werden grosse Firmen mit Bestimmtheit den Sitz aus der Schweiz wegverlegen.» Blocher befürchtet: «Die Schweiz geht kaputt!»

Ein anderer Milliardär, der Unternehmer Michael Pieper (Franke-Artemis-Gruppe), begrüsst zwar eine «gewisse Gegenbewegung» zu den Auswüchsen der Finanzindustrie, warnt aber davor, dass das Pendel zu weit ausschlage.

«Vor allem die Erbschaftssteuer-Initiative hätte verheerende Folgen. Sie bestraft ausgerechnet diejenigen Unternehmer, die ihr Geld in der Firma lassen und sich keinen grossen Lohn auszahlen lassen.»

Von einer eigentlichen «Hatz auf Reiche» ist in Unternehmerkreisen die Rede. Etwa in Bezug auf eine Pranger-Aktion der SP Basel-Stadt.

Sie fordert zehn Topmanager per Brief auf, am 1. Mai auf dem Barfüsserplatz aufzutreten und «Ihren Lohn öffentlich zu rechtfertigen». (pd/sha)

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