Nationalrat

Blocher über seine Tochter: «Sie hat grosse politische Fähigkeiten»

Video-Interview: Christoph Blocher ist erstaunt über die Kandidatur seiner Tochter.

Video-Interview: Christoph Blocher ist erstaunt über die Kandidatur seiner Tochter.

Magdalena Martullo-Blocher will auch politisch in die Fussstapfen ihres Vaters treten, sie kandidiert im Herbst für den Nationalrat. Im Videointerview äussert sich Christoph Blocher zur Kandidatur - er sei überrascht worden, so der SVP-Doyen.

Wie der Vater, so die Tochter: Magdalena Martullo-Blocher setzt neben ihrem Amt als CEO des Milliardenkonzerns EMS-Chemie und ihrer Rolle als dreifache Mutter nun auch noch auf die Karte Politik, wie sie am Montag bekanntgab. Sie kandidiert auf der Liste der SVP Graubünden für den Nationalrat. 

Gegenüber Keystone äussert sich nun auch Christoph Blocher, Übervater der SVP und Vater von Martullo: Man habe ihre Kandidatur «seit Jahren besprochen», dennoch sei er nun überrascht worden. Sie habe ihn erst nach der offiziellen Ankündigung informiert. «Sie packt es jetzt», so Blocher. Mit seiner Unterstützung im Wahlkampf könne sie aber nicht rechnen: «Sie muss es selber machen, so habe ich sie auch erzogen.»

Seine Tochter habe «grosse politische Fähigkeiten». Der SVP-Vizepräsident strich im Videointerview aber insbesondere Martullos Leistungsausweis als Unternehmerin hervor. Im Gegensatz zu Berufspolitikern, die «von Morgen bis Abend Sitzungen machen und das Leben nur vom Hörensagen kennen» stehe sie mitten im Leben. Schliesslich führe sie die grösste Firma Graubündens und schaffe für den Kanton viel Mehrwert. «Insofern freut es mich. Jetzt hoffe ich, dass sie es tragen mag - das ist der Wunsch eines Vaters», so Blocher. Es sei absolut notwendig, dass wieder vermehrt Unternehmer den Weg in die Politik fänden. 

Dass er selbst bei seinem Rücktritt aus dem Nationalrat angegeben hat, im Parlament vergeude man zu viel Zeit, sieht der Doyen nicht als Widerspruch. Martullo müsse sich einfach die Zeit gut einteilen. 

Seit der Ankündigung ihrer Kandidatur wird darüber spekuliert, ob die Partei Martullo als neue Strategin - und damit Nachfolgerin ihres Vaters - aufzubauen gedenkt. Christoph Blocher will davon nichts wissen. Mit Christoph Mörgeli, Peter Keller und dem wohl ins Parlament einziehenden Roger Köppel habe die Partei gerade in Bezug auf historische Fragen genügend «gute Leute» und sei breit aufgestellt. Dass am Ende die Partei nicht von einer einzigen Figur geführt wird, sei gar ein Vorteil: «Vielleicht gibt es mehrere Köpfe, das ist ja besser», so Blocher. (fum)

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