Gesundheitliche Gründ würden für seinen Rücktritt keine Rolle spielen, so Christoph Blocher im Videointerview. Vielmehr seien es jüngere Parlamentarier, welche «Herzprobleme, Burnout und Schwindel» haben.

Der Rücktritt falle ihm leicht, denn er sei «nie ein begeisterter Parlamentarier» gewesen. Er verschwende im Nationalrat seine Zeit, weil das Parlament so bürokratisch geworden sei, sagte Blocher in seiner Videobotschaft.

Das Parlament müsse dringend reformiert werden, es bestünde nur noch aus Berufspolitikern. Blocher möchte tiefere Entschädigungen für die Politiker.

Christoph Blocher tritt zurück: Im Videointerview sagt er Warum

Christoph Blocher tritt zurück: Im Videointerview sagt er Warum

Er habe den Rücktritt in einem am heutigen Freitag verschickten Brief unter anderem an SVP-Präsident Toni Brunner angekündigt, sagte Blocher in der Videobotschaft auf seinem Internetportal «teleblocher». «Heute gebe ich den Rücktritt auf 31. Mai bekannt», sagte Blocher.

Konzentration aufs Wesentliche

«Ich muss meine politische Arbeitskraft auf die Verhinderung des EU-Beitritts konzentrieren», schreibt Blocher in seiner Begründung an die Parteispitze. Ebenso wolle er sich «mit grosser Dringlichkeit» der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative widmen. Es gelte sich auf eine allfällige erneute Volksabstimmung vorzubereiten.

Blocher will seine Zeit auf diese zwei Punkte konzentrieren. Alles «Zweitrangige» will er dafür beiseite legen. «Darunter fällt für mich derzeit die parlamentarische Arbeit», schreibt der 73-Jährige. Er will aber weiterhin SVP-Vizepräsident bleiben.

Wahlen abgewartet

Seinen Rücktritt teilte Blocher SVP-Parteipräsident Toni Brunner und weiteren Vertrauten bereits im vergangenen Dezember mit.

Er habe aber extra die Wahlen der SVP-Delegierten im April abwarten wollen, damit keine Unruhe in der Partei aufkomme. Blocher wurde von den Delegierten als SVP-Vizepräsident bestätigt. Dieses Amt will er auch weiterhin ausüben, wie er sagte.
Abwahl als Bundesrat

Blocher war im Dezember 2007 nach nur vier Jahren im Bundesrat abgewählt und durch Eveline Widmer-Schlumpf ersetzt worden. Im 2011 wurde er zum zweiten Mal für die SVP als Zürcher Nationalrat gewählt.

(sda/cze)

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