Für manche Zeitungskommentatoren steht seit Donnerstag fest: Zwar möchte «Weltwoche»-Chef Roger Köppel Nationalrat werden, aber letztlich soll das Neo-SVP-Mitglied als Bundesratskandidat aufgebaut werden. Aber was sagt Köppel selbst? In der „Schweiz am Sonntag“ äussert er sich dazu. Diese Vermutungen seien „bireweich“, sagt er. Und ergänzt: «Ich möchte Nationalrat werden, aber so kurz wie möglich bleiben. Die nächsten vier Jahre sind für die Schweiz sehr wichtig, da werden die Weichen für die Unabhängigkeit gestellt», sagt Köppel. «Dann möchte ich mich so schnell wie möglich wieder aus der Politik verabschieden.»

In der „Schweiz am Sonntag“ äussert sich dezidiert auch SVP-Vizepräsident Christoph Blocher zu einer Bundesratskandidatur Köppels. «Es wäre ganz schlecht, wenn er das machen würde. Als Bundesrat müsste Roger Köppel die Chefredaktion der ‹Weltwoche› abgeben und damit würde er Einfluss verlieren.» Für Blocher steht fest: «Als Chefredaktor kann Köppel politisch mehr bewirken denn als Bundesrat.»

Roger Köppel will für die SVP in den Nationalrat

Roger Köppel will für die SVP in den Nationalrat

Eine andere Frage ist, ob Köppel das Zeug hat, um Blocher als SVP-Identifikationsfigur und Vordenker abzulösen. Für den Politgeografen Michael Hermann ist er der Einzige, dem man Blochers Nachfolge zutrauen kann. Köppel reagiert auf diesen Befund wieder vehement: «Christoph Blocher ist eine Ausnahmeerscheinung, ich empfinde Bewunderung und Dankbarkeit für ihn. Dass ich diese Rolle übernehmen könnte, ist völlig abwegig.» Für weniger abwegig hält das gegenüber der „Schweiz am Sonntag“ SVP-Übervater Blocher. Er erkennt sich in vielerlei Hinsicht in Köppel.