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Blocher: «Es ist dringend notwendig, dass wir Widerstand leisten»

Alt-Bundesrat und SVP-Nationalrat Christoph Blocher während den Bundesratswahlen

Alt-Bundesrat und SVP-Nationalrat Christoph Blocher während den Bundesratswahlen

Die gestrigen Bundesratswahlen bedeuten für die SVP eine grosse Schlappe. Die Partei will in die Opposition. SVP-Übervater Christoph Blocher bezeichnet die Wahlen als «verlogen und geheuchelt».

«Bei den Bundesratswahlen ist heraus gekommen, dass man die SVP nicht will», stellt Christoph Blocher im Interview auf Tele Blocher fest. Für ihn ist die Haltung der anderen Fraktionen klar: «Die SVP darf nicht in der Regierung sein.» Man müsse sie ausgrenzen, «weil sie in den letzten Jahren so stark geworden ist.»

Das Ergebnis der Wahlen - die SVP ist nur mit Ueli Maurer im Bundesrat vertreten und konnte den zweiten Sitz nicht zurückerobern - überrascht den 71-jährigen Partei-Strategen nicht. Die Bundesratswahlen seien Ausdruck eines klaren «Doppelspiels» der Parteien. Denn grundsätzlich hätte es immer wieder getönt, dass die SVP eigentlich zwei Sitze haben sollte. Dann hätten dem Parlament wiederum die SVP-Kandidaten nicht gepasst.

«Niemand denkt ans Land»

Die Bemerkung des Interviewers, dass es sich doch am Morgen um eine «ernsthafte Geschichte» gehandelt habe, spielt Blocher herunter. «Ernsthaft? Ja es könnte ernsthaft sein.» Er nehme jedoch an, dass die Zuschauer begreifen würden, dass es bei den Bundesratswahlen «mit einer Verlogenheit und Heuchelei» vor sich geht. «Jeder feiert sich selbst», sagt der SVP-Übervater. Nur niemand denke ans Land. Will heissen: In Blochers Augen denkt nur der Unternehmer selbst und die SVP an das Wohl der Schweiz.

Dass das Parlament der SVP nicht ihren zweiten Sitz zugestehen will, ist für Partei ein Zeichen zur Opposition. «Es ist dringend notwendig, dass wir Widerstand leisten», so Blocher. Inwiefern die Partei oppositionieren will, soll am Parteitag Ende Januar entschieden werden. Es gebe zwei Möglichkeiten: Entweder bleibe die SVP mit Ueli Maurer im Bundesrat vertreten, oder sie ziehe in ganz zurück. In diesem Zusammenhang deutet Christoph Blocher an, dass sich VBS-Chef Ueli Maurer auf Wunsch seiner Partei aus der Regierung zurückziehen würde.

Grundsätzlich müsse der Bevölkerung aufgezeigt werden, wie man die Schweiz mit Erfolg führen könnte, betont der Alt-Bundesrat. Ausserdem müsse Mist und Dreck aufgedeckt und die Regierung kritisiert werden.

BaZ noch in keinem monopol-ähnlichem Gebilde

Angesprochen auf seine Beziehung zur «Basler Zeitung» meint Blocher nur, dass er stets gesagt habe, dass er «weder direkt noch indirekt finanziell beteiligt» sei. Es stimme zudem nicht, dass sich seine Tochter Rahel auf seine Anweisung hin bei der «Basler Zeitung» beteiligt habe.

Sein Interesse an der BaZ sei nur der Medienvielfalt wegen gegeben. «Es ist eine der wenigen Tageszeitungen, die noch nicht in das monopol-ähnliche Gebilde reinpasst», so der 71-Jährige. Dabei spiele keine Rolle, wer hinter der Zeitung steht. Die Leser könnten die Zeitung ja abbestellen, wenn ihnen der Inhalt nicht passe.

Derweil hat Christoph Blocher schon lange das Gefühl, er werde verfolgt. Vielleicht bringe irgend jemand es einmal fertig, ihn zu «köpfen». Bis jetzt sei das ja noch niemandem gelungen. (ldu)

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