Für die Passagiere bestand nach Angaben der Fluggesellschaft keine Gefahr. Die erste Maschine war auf dem Weg nach Amsterdam. Wegen eines Gewitters über dem Flughafen war der Airbus A321 mit mehr als anderthalb Stunden Verspätung um 9 Uhr gestartet, wie Swiss-Mediensprecherin Meike Fuhlrott zu einer Meldung von 20minuten.ch sagte.

Kurz nach dem Start wurde das Flugzeug jedoch von einem Blitz getroffen. Die Piloten stellten zwar keine Auswirkungen fest, entschieden sich aber, nach Zürich zurückzukehren. Das sei die normale Prozedur nach einem Blitzeinschlag, erklärte die Mediensprecherin. An Bord befanden sich 165 Passagiere.

Zweites Flugzeug am Nachmittag getroffen

Am frühen Nachmittag wurde eine weitere A321 ebenfalls kurz nach dem Start von einem Blitz getroffen. Die Maschine war mit 158 Passagieren an Bord nach Lissabon unterwegs. Auch in diesem Fall bemerkten die Piloten keine Auswirkungen, kehrten aber für eine Überprüfung zurück.

Die Passagiere wurden auf andere Verbindungen umgebucht, auch solche von anderen Fluggesellschaften. Blitzschläge in Flugzeuge könnten bei bestimmten Wettersituationen vorkommen, sagte Fuhlrott. Zwei an einem Tag seien aber die grosse Ausnahme.

Zuvor fertigte der Flughafen wegen der Gefahr von Blitzeinschlägen zwischen kurz vor 7 und 8.12 Uhr keine Flugzeuge ab und die Starts fielen aus. Den Angaben zufolge befand sich ein Gewitter während dieser Zeit direkt über dem Flughafen.

Aus Sicherheitsgründen durften sich keine Flughafenmitarbeiter im Freien aufhalten und die Flugzeuge startklar machen. Für die Maschinen selber stellten die Blitze keine Gefahr dar. Ankommende Maschinen konnten landen.

Reaktor-Abschaltung in AKW Beznau

Blitze zwangen auch das AKW Beznau im Kanton Aargau vorübergehend in die Knie: Der Block 1 des AKW war für rund zehn Stunden vom Netz. Um 1.34 Uhr war im Unterwerk Beznau eine 220 Kilovolt-Sammelschiene - wahrscheinlich in Folge eines Blitzschlags - ausgefallen, wie der Energiekonzern Axpo mitteilte.

Damit war der Abtransport des im AKW produzierten Stroms teilweise nicht mehr gewährleistet. Dies führte im Block 1 zu einer automatischen Schnellabschaltung und im Block 2 zu einem Lastabwurf, bei dem die Leistung auf den Eigenbedarf reduziert wurde.

Ab 3.50 Uhr konnte im Block 2 die Leistung wieder erhöht werden. Der Block 1 wurde um die Mittagszeit mit den Netz synchronisiert. Die Stromproduktion wurde wieder aufgenommen.

Der automatische Abschaltungsvorgang des Blocks 1 hatte auslegungsgemäss funktioniert, wie das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) auf seiner Website schreibt. Es seien keine erhöhten Abgaben von Radioaktivität an die Umwelt erfolgt.

Fast 3000 Blitze im Kanton Thurgau

Bereits in der Nacht auf Dienstag waren heftige Gewitter über die Schweiz gezogen. Die Gewitter gingen mit der Entladung tausender Blitze einher. Allein im Kanton Thurgau wurden 2955 Blitze gezählt, in Zürich waren es 2519 Blitze, wie der Wetterdienst Meteonews meldete. Im Aargau zählten die Meteorologen 1439 und im St. Gallischen 1149 Blitze.

Im Lauf des Morgens drangen Gewitterzellen auch in Gebiete zwischen dem Kanton Solothurn und dem Bodensee sowie ins Berner Oberland und die Zentralschweiz vor. In der Stadt Schaffhausen schlug am frühen Dienstagmorgen ein Blitz in den Turm einer Villa ein und löste einen Dachstockbrand aus.

Kombiniert mit den zuckenden Blitzen am Himmel fielen zwischen Montag um 22 Uhr und Dienstag 8.20 Uhr lokal beträchtliche Mengen Regen. In Oberneunform TG etwa fielen 37 Liter pro Quadratmeter und in Amriswil TG 36. Über 30 Liter Regen fielen vor allem im Thurgau, aber auch Winterthur wurde mit 30 Litern tüchtig geduscht.

Für den Abend wurden von Westen her erneut Schauer und Gewitter erwartet. Dabei wurden Starkregen, Sturmböen und lokal Hagel nicht ausgeschlossen. Auch in der Nacht auf Mittwoch dürfte es weiter gewittern.