Pascal Couchepin
«Bleibt das Paket gleich, ist es für Couchepin Zeit zu gehen»

Ende Monat wird Pascal Couchepin das Massnahmenpaket zur Senkung der Gesundheitskosten dem Bundesrat unterbreiten. Christine Egerszegi (FDP/AG) glaubt nicht an eine Überraschung.

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Christine Egerszegi

Christine Egerszegi

Keystone

Jessica Pfister

Frau Egerszegi, wird Pascal Couchepin die Vorschläge anderer Player im Gesundheitswesen in seine Pläne einbeziehen?

Christine Egerszegi: Nein, ich bin überzeugt, dass Bundesrat Couchepin das von ihm vorgeschlagene Paket unterbereitet und die massive Kritik von allen Seiten nicht berücksichtigt.

Welche Schlüsse ziehen Sie daraus?

Egerszegi: Dass das Treffen Anfang dieser Woche mit 77 Personen keine Resultate gebracht hat. Bleibt das Paket so bestehen, ist es für Couchepin an der Zeit zu gehen. Er ist aber klar bis 2011 gewählt.

Update

Bereits vergangene Woche, als Pascal Couchepin seine Massnahmen zur Senkung der Gesundheitskosten vorstellte, bezeichnete Christine Egerszegi gegenüber der MZ den Rücktritt ihres Parteikollegen als «überfällig». Am Donnerstag doppelte sie in der Sendung «10 vor 10» nach: «Wenn ein Hirte seine Schafe nicht in eine Richtung bringen kann, muss man sich fragen, ob der Hirte am richtigen Ort ist.» (jep)

Was erhoffen Sie sich von seinem Rücktritt?

Egerszegi: Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin könnte nicht zaubern, aber die verschiedenen Player wären gezwungen, einen Schritt zu einer Lösung zu machen. Würden sie diesen verweigern, wäre klar, dass sie die Blockierer der Gesundheitspolitik sind.

Liegt das Problem nicht am kranken Gesundheitssystem und weniger an der Person Couchepin?

Egerszegi: Das Gesundheitswesen ist nicht krank, sondern einfach zu teuer. Bundesrat Couchepin hatte in der Gesundheitspolitik keine glückliche Hand. Vielleicht fehlt ihm die Geduld für lange Verhandlungen. Ganz anders agiert er dort, wo es darum geht, strategisch seine Vorstellungen weiterzugeben. Bei der IV hat er hervorragende Arbeit geleistet und viel bewirkt.

Dort musste er auch nicht mit 77 Personen verhandeln.

Egerszegi: Genau. Da kann er nicht selber entscheiden.

Sind seine Lösungen denn so falsch?

Egerszegi: Das Massnahmenpaket muss geändert werden. So würde ich eine Arztpraxengebühr mit allen Mitteln bekämpfen. Bargeld hat auf dem Arzttisch nichts zu suchen. Der Patient bezahlt mit den Prämien, der Franchise und dem Selbstbehalt. Das Geld kassiert die Kasse ein. Unser Problem ist, dass 1,3 Millionen Leute in diesem Land direkt oder indirekt am Gesundheitswesen verdienen.

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