Eigentlich ist den Skigebieten nach Jammern zumute. Doch das wollen sie nicht. Denn spielen die Tourismusgebiete den Jammeri, so ist das auch nicht gerade gute Werbung für Skigäste. Die Zeichen standen schon vor dem Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die Euro-Untergrenze aufzugeben, auf Sturm.

Minus 15 Prozent lagen die Gästezahlen Ende Januar gegenüber dem Vorjahr zurück. Im Berner Oberland, wo bis Weihnachten praktisch kein Schnee lag, war es über die Feiertage besonders ruhig: Ein Gästerückgang von minus 28 Prozent liess Ungutes vermuten.

Auf einen Schlag wurden Ferien für Gäste aus dem Euroraum um bis zu 20 Prozent teurer nach dem SNB-Entscheid. Und das, nachdem die Schweiz schon vorher teuer war. Für Schweizer dagegen sind Skiferien in den umliegenden Euro-Ländern noch günstiger geworden, als sie es ohnehin schon waren. Wie ist die Lage heute, ein Monat nach dem Kursschock?

Die Reaktionen fallen so zurückhaltend aus wie die Buchungen aus dem Ausland. In Adelboden im Berner Oberland heisst es, der Buchungsstand sei im Februar noch stabil geblieben, während für März und April nur «sehr verhalten» aus dem Euro-Raum gebucht werde. St. Moritz meldet vereinzelte Stornierungen in den Engadiner Hotels und verweist für März und April auf das «kurzfristige Buchungsverhalten» der Gäste. Ähnlich tönt es aus der Aletschregion im Wallis und aus Andermatt, wo nicht wenige Hoteliers melden: «Die Telefonleitung aus dem Euro-Raum bleibt stumm.»

Skigebiete sitzen Situation aus

Wie aber reagieren die Wintersportorte auf die schwierige Situation? Im Wallis setzen die Skigebiete auf Zusammenarbeit. Die Aletschregion etwa kooperiert mit anderen Walliser Skigebieten und mit Basel-Tourismus. Im Wallis wird für Aufenthalte in der Rheinstadt, in Basel für Skiferien am Aletschgletscher geworben. Andere Gebiete wie Grächen oder Adelboden setzen punktuell fixe Wechselkurse ein, spielen also Bank. Und Andermatt rückt Gratis-Zusatzleistungen in den Vordergrund.

Sprich: Die Skigebiete versuchen, die schwierige Situation auszusitzen. Das ist für den Tourismus-Experten der HSG St. Gallen, Christian Lässer, gar nicht so abwegig. «Es schleckt keine Geiss weg. Bleibt die Parität, dann müssen die Wintersportdestinationen diese Situation aussitzen und möglichst viele Kosten sparen.» Es bestünden, so Lässer, nur viele Baustellen. «Eine eindeutige Strategie dagegen gibt es nicht.»