Tempo
Blechschaden vermeiden

Die Höchstgeschwindigkeit zwischen der Äusseren Klus und Oensingen beträgt nur noch 60 statt 80 Stundenkilometer. Den Autofahrern missfällts, der Polizei reicht dies noch nicht aus.

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Stau

Stau

Solothurner Zeitung

Fabian Muster

Eine Temporeduktion sorgt für rote Köpfe bei den Autofahrern: Die Höchstgeschwindigkeit auf dem Autobahnzubringer zwischen der Lichtsignalanlage in der Äusseren Klus und Oensingen wurde vor Monatsfrist von 80 auf 60 Stundenkilometer herabgesetzt. Beklagt wird, dass unklar sei, wer aus welchen Gründen dies angeordnet habe.

Klar ist jedoch: Seit Anfang 2008 sind die Nationalstrassen und damit auch ein Teil der Autobahnzubringer in Besitz und Verantwortung des Bundes - und nicht mehr des Kantons. Die Verfügung zur Temporeduktion geht also auf das Konto des Bundesamtes für Strassen (Astra), das von der Filiale Zofingen aus das regionale Autobahnnetz überwacht. Dies bestätigt Mediensprecherin Esther Widmer auf Anfrage und schiebt gleich den Grund nach: «Durch die Verlängerung der Lärmschutzwände wurde die Sicht eingeschränkt, wenn man ins Thal fährt.» Die Tempobeschränkung auf 60 Stundenkilometer gilt aus Sicherheitsgründen ebenso für die Gegenrichtung.

Kostengünstigste Massnahme

Vom kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau sowie von der Kantonspolizei sei man auf dieses Problem aufmerksam gemacht worden, sagt Widmer. Man liess ein Verkehrsgutachten erstellen, in dem die möglichen Massnahmen erörtert wurden. Fazit: Als kostengünstigstes Vorhaben wurde eine Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit von 80 auf 60 Stundenkilometer angesehen.
Yves Staub, Dienstchef Verkehrstechnik der Kantonspolizei Solothurn in Oensingen, ergänzt: «Die Erfahrung zeigt, dass das Ende des Staus beim Abendverkehr ins Thal sich oft im Kurvenbereich befindet, wo die Sicht durch die verlängerte Lärmschutzwand eingeschränkt ist.» Mit der Temporeduktion wolle man das Unfallrisiko minimieren. Ob jedoch an dieser Stelle ein Unfallschwerpunkt bestehe, konnte Staub nicht sagen.

Hoffen auf Gewöhnungseffekt

Andere Varianten wurden ebenfalls geprüft, aber aus Kostengründen verworfen, etwa
ein Stausignal mit Warnblinklicht. Esther Widmer vom Astra: «Dies hätte elektrifiziert und mit der Verkehrsleitzentrale vernetzt werden müssen.» Das wäre ein zu grosser finanzieller Aufwand gewesen.

Bedenken über die Massnahme geäussert hat einzig die Kantonspolizei Solothurn. «Wir wollen die Sache zwar nicht rückgängig machen», hält Yves Staub fest, «aber wir fragen uns schon, ob eine Temporeduktion alleine ausreicht, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.» Er denkt an weitere bauliche Massnahmen, ohne jedoch konkrete Forderungen zu stellen. Solche baulichen Anpassungen sind allerdings gemäss Astra-Sprecherin Widmer nicht vorgesehen. Eine Veränderung der Verkehrsführung etwa würde - gemessen an seiner Wirkung - den Kostenrahmen deutlich sprengen.
Und vielleicht löst sich das Problem ja von selbst. «Zurzeit erhalten wir zwar in dieser Sache fast täglich Anfragen», sagt Staub. Doch vielleicht müsse man nur abwarten, bis sich die Leute daran gewöhnt hätten. Nach dieser Gewöhnungszeit werden dann möglicherweise auch Radarkontrollen durchgeführt, worauf bisher verzichtet wird. «Aber nur, wenn es auch der Verkehrssicherheit dient», fügt Staub an.

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