Zahlungen
Bis zu 110000 Franken: So viel bekommen Bauern-Parlamentarier vom Staat

Erstmals legt eine Mehrheit der Bauern im Parlament ihre Direktzahlungen offen. Die neun Bauern haben letztes Jahr zwischen 27’000 bis 110’000 Franken erhalten, wie sie gegenüber «SonntagsBlick» deklarieren.

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Bauernverbandspräsident und CVP-Nationalrat Markus Ritter: «Wir sind keine Abzocker.» (Symbolbild)

Bauernverbandspräsident und CVP-Nationalrat Markus Ritter: «Wir sind keine Abzocker.» (Symbolbild)

Keystone

Neun Bauern im Parlament legen ihre Direktzahlungen offen. 2014 haben sie zwischen 27’000 bis 110’000 Franken erhalten, wie sie gegenüber «SonntagsBlick» deklarieren. Keine Auskunft gaben die drei SVP-Nationalräte Toni Brunner, Ernst Schibli und Hansjörg Walter.

Unter den transparenten Bauern ist dagegen Bauernverbandspräsident und CVP-Nationalrat Markus Ritter. Er erhielt 85’000 Franken vom Staat. Er sagt: «Wir sind keine Abzocker. Jeder Beitrag steht für ganz konkrete Leistungen. Diese müssen auch schriftlich nachgewiesen werden.»

Ritter erhält zum Beispiel 2020 Franken und 80 Rappen dafür, dass er die Gülle nicht konventionell verspritzt, sondern mit dem Schleppschlauch aufbringt. So kommt weniger Schadstoff in die Luft. CVP-Nationalrat Urs Schläfli sagt: «Mein Arbeitsverdienst mit der Landwirtschaft war 26’000 Franken bei einem Arbeitspensum von 50 Prozent.» Ohne den Staat hätte er 4000 Franken Verlust gemacht.

SVP-Nationalrat Andreas Aebi pflichtet bei: «Die landwirtschaftlichen Produktepreise und die Löhne stimmen nicht mehr überein.»

2,8 Milliarden Franken verteilte der Bund letztes Jahr, 52’000 Franken erhielten die Bauern im Parlament durchschnittlich. «Wir sind keine Abzocker.» Als Bauer mache man sicher nicht das grosse Geld. «Das weiss man auch. Mit den Direktzahlungen geht die Rechnung gerade so auf», so Ritter.