CVP Wohlen
Biobauer will zweiten CVP-Sitz

Die CVP eröffnet den Gemeinderatswahlkampf in Wohlen mit den Gemeinderatskandidaten Paul Huwiler (bisher) und Ruedi Donat (neu) sowie einem Schulpflegekandidaten. Die anderen Gemeinderäte haben noch nicht erklärt, ob sie wieder antreten wollen.

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Aargauer Zeitung

Jörg Baumann

Vier Jahre mit nur einem Gemeinderatssitz sind für die CVP Wohlen genug. Parteipräsident Roger Waeber gab sich kampfeslustig: «Die CVP muss im Gemeinderat wieder angemessen vertreten sein», sagte er an der Nominationsversammlung.

Kein CVP-Gemeindeammann?

Die Nomination der zwei Gemeinderatskandidaten Paul Huwiler (bisher) und Ruedi Donat (neu), Biobauer und Chef der CVP-Einwohnerratsfraktion, war in der Partei unbestritten. Auf das Amt des Gemeindeammanns ziele die CVP im gegenwärtigen Stadium nicht ab, sagte Waeber. «Im Hintergrund laufen parteiübergreifende Gespräche.» Weiter liess er sich aber nicht in die Karten schauen. Nach der Volksabstimmung über das Pensum des Gemeindeammanns am 28. Juni sehe man weiter. Walter Dubler trete so oder so «todsicher» wieder an, bemerkte ein Parteimitglied.

Mit falschen Zahlen operiert?

Erweiterung des Friedhofs werde doppelt so teuer Heini Stäger kritisierte an der CVP-Versammlung den Gemeinderat. Dieser habe bei der Ausschreibung des Wettbewerbs für die Erweiterung des Friedhofes und den Neubau der Friedhofhalle falsche Zahlen in die Welt gesetzt. Der Gemeinderat habe eine Bausumme von 1,2 Millionen Franken genannt. Deshalb hätten einige Architekten gar nicht am Wettbewerb mitgemacht, weil sie gewusst hätten, dass sie die Aufgabe für diese Summe nicht bewältigen könnten. «Der Friedhof wird mindestens doppelt so teuer», sagte Stäger. Gemeinderat Paul Huwiler konnte keine konkrete Antwort geben, weil der Friedhof nicht in seiner Ressortverantwortung liegt. Er wisse aber, dass im Friedhof mit Sicherheit die Situation mit den Kühlzellen unbefriedigend sei und diese verbessert werden müsse. (ba)

Huwiler bemerkte, dass er die vor vier Jahren begonnene Arbeit als «Schulminister» fortsetzen wolle, zumal sich seine Leistungsbilanz sehen lassen dürfe. Huwiler kam auch auf die «spezielle Situation» im Gemeinderat zu sprechen. Die Zusammenarbeit im ganzen politischen Umfeld sei schwieriger geworden. Er gehöre zu jener Mehrheit im Gemeinderat, die das Pensum des Gemeindeammanns auf 60 Prozent kürzen wolle. «Man kann als Gemeindeammann mit 100 Prozent 60 Prozent oder mit 60 Prozent 100 Prozent leisten.»

Der Gemeindeammann sollte nach seiner freien, noch nicht ausdiskutierten Meinung von den Ressortaufgaben entlastet werden. Ihm sollten ein Verwaltungschef und eine Personalstabsstelle zur Seite gestellt werden. Die Gelegenheit für eine Verwaltungsreform komme bald, werde doch Gemeindeschreiber Peter Hartmann «noch in diesem Jahr» pensioniert. An der Versammlung wurde angemerkt, dass die CVP-Einwohnerratsfraktion mehrheitlich für das 100-Prozent-Pensum des Gemeindeammanns eingetreten sei.

Keine Frau gefunden

Der zweite Gemeinderatskandidat, Ruedi Donat, präsentierte sich als Feuerwehrspezialist und als grösster Solarstrom-Produzent im Freiamt. Sein politisches Rüstzeug habe er im Einwohnerrat geholt. Er möchte am liebsten das Sicherheitsdepartement, zu dem die Feuerwehr gehört. Der Ruf nach einem dritten Gemeinderatskandidaten und einer Frau verhallte. Drei Kandidaten hielt der Parteipräsident für zu viel, und eine Frau habe man nicht gefunden.

Mandatsträger verabschiedet

Für die Schulpflege kandidiert erneut Guido Benz. Dieser betonte, dass die Schule auch in Zukunft viel Geld brauche, damit auch benachteiligte Schüler ihre Chance bekämen. Im Parteivorstand rückte Ruedi Donat als Nachfolger der Einwohnerrätin Ariane Gregor nach. Roger Waeber verabschiedete neben Ariane Gregor auch ihren Mann, den zurückgetretenen Schulpfleger Pascal Gregor, und Matthias Fricker, der in der Kommission Raum, Bau und Verkehr mitgearbeitet hatte.