Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat das Zentrum für die Integration von Menschen mit Behinderung an der Universität St. Gallen (HSG) eingeweiht. Eingeladen hatte ihn die Stiftung "MyHandicap", die das Zentrum finanzierte.

Die neue Forschungseinrichtung soll die berufliche und soziale Integration von Menschen mit Behinderung fördern. So untersucht das Center for Disability and Integration (CDI-HSG) zum Beispiel, wie die Invalidenversicherung ausgestaltet sein sollte oder welchen Nutzen die Arbeitgeber aus der Integration von handicapierten Menschen ziehen können.

Zum offiziellen Start des Zentrums kam kein Geringerer als der ehemalige US-Präsident Bill Clinton. Der 63-Jährige ist mit dem deutschen Internet-Unternehmer Joachim Schoss gut befreundet, dem Gründer der Stiftung "MyHandicap".

Als Schirmherr der Stiftung hielt Clinton eine 40-minütige Rede, die ihn sichtlich berührte. Während er normalerweise pro Rede bis 150'000 Franken kassieren soll, tat er dies gratis.

Clinton rief dazu auf, behinderte Menschen nicht zu diskriminieren. "Jeder Mensch kämpft mit einer gewissen Art von Behinderung", sagte er. Die Unterscheidung zwischen behinderten und anderen Menschen müsse aufhören. Es sei ungerecht, physisch behinderte Personen anders zu behandeln, nur weil man ihnen die Behinderung ansehe.

Dabei sieht der Ex-Präsident auch die Gesellschaft in der Pflicht. "Wir dürfen behinderte Menschen nicht als hilflose Geschöpfe wahrnehmen, sondern müssen sie motivieren, ihr Potenzial zu nutzen." Der direkte Augenkontakt mit Clinton blieb aber 170 geladenen Gästen vorbehalten.